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Massiver Personalmangel

BAMF-Chef Schmidt räumt Fehler ein

Sonntag, 30 August 2015 21:52 geschrieben von  Torsten Müller
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Quelle: bamf.de

Nürnberg - Der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt hat Fehler bei den Prognosen der diesjährigen Asylbewerberzahlen eingeräumt. Schmidt geht davon aus, dass der massive Zustrom an Asylbewerbern noch lange anhalten wird. Doch er gab sich auch optimistisch, dass die Öffentlichkeitsarbeit in den Balkanstaaten Wirkung gezeigt haben könnte: „In den letzten drei, vier Wochen haben sich die Zugänge aus Albanien halbiert.“

Mit Blick auf die Überforderung, die in dem von ihm geführten Bundesamt vorherrscht, sagte Schmidt: „Wir haben zu spät angefangen, die Zeichen zu spät gesehen. Anfang des Jahres hat keiner mit solchen Zahlen gerechnet (...) Wir haben innerhalb von wenigen Wochen 30.000 Flüchtlinge aus dem Kosovo, aus Albanien 30.000, 15.000 aus Serbien. Mehr Flüchtlinge aus dieser Region als aus Syrien. Da ist etwas aus dem Gefüge geraten. Diese Zahl wird sich nicht fortsetzen.“ 

Noch immer sei die Personalsituation  sehr angespannt, man habe aber bereits Gegenmaßnahmen ergriffen: „In den letzten 12 Monaten wurden 650 Kollegen eingestellt, 145.000 Entscheidungen getroffen, weit mehr als 2014 insgesamt. Bis Dezember sollen weitere 1.000 Mitarbeiter eingestellt werden. Parallel werden 20 Dienststellen aufgebaut.“ Die Bearbeitungsdauer konnte somit schon reduziert werden. Bei derzeit 80.000 Neuzugängen pro Monat sei man von dem angestrebten Ziel, die Dauer der Asylverfahren auf drei Monate zu verringern, aber noch weit entfernt. 

Mit Blick auf dieses Ziel sagte Schmidt: „Die Verfahren sind umso effektiver und umso schneller, je enger die Beteiligten zusammenarbeiten können. Wir, das Bundesamt, sind umso schneller, wenn die Asylsuchenden in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben. Wir sind umso schneller, wenn wir mit unseren Kollegen der Länder unmittelbar zusammenarbeiten können, wenn es kurze Kommunikationswege gibt. Das beschleunigt natürlich die Verfahren. Also wenn alles konzentriert ist an einer Stelle, umso einfacher umso schneller sind die Verfahren und umso eher nähern wir uns dem Ziel der 3-Monatsdauer der Verfahren.“

Die Schweiz könnte für Deutschland ein Vorbild sein. Dort werden die Asylverfahren innerhalb von 48 Stunden durchgeführt, was nicht gut für die Steuerkasse, sondern auch für die Asylbewerber selbst ist, die zeitnah Bescheid wissen, ob sie bleiben können oder nicht.

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