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Pannenflughafen

Baufirmen bezweifeln Eröffnung des Flughafens BER Ende 2017

Dienstag, 24 Februar 2015 17:53 geschrieben von 
Baufirmen bezweifeln Eröffnung des Flughafens BER Ende 2017 Quelle: © Alexander Obst / Marion Schmieding, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Berlin - Ursprünglich war die Eröffnung des Pannenflughafens BER für Ende 2017 angekündigt. Doch nun bezweifeln Bauunternehmen, dass der Termin eingehalten werden kann.

So kritisieren die für den Brandschutz engagierten Firmen Imtech und Caverion in einem Brief an die Flughafengesellschaft den für den BER vorgegebenen Terminplan. Es gebe in den Unterlagen „keinerlei Erläuterung beziehungsweise Abstimmung zu den Vorgängen“. Zudem erscheinen aufgeführte Termine als „teilweise nicht realistisch“. Aus den ihnen vorliegenden Unterlagen sei „nicht ableitbar“ wie eine detaillierte Planung für Technik und Montage erfolgen solle.

Der BER war zu keiner Stellungnahme bereit. Ein Sprecher des Flughafens erklärte lediglich: „Wir kommentieren nicht einzelne Schreiben.“

Offenbar gibt es auch Probleme mit den modernen Ganzkörperscannern, die im Terminal aufgestellt werden sollen. Wie aus internen Planungsunterlagen hervorgeht, wäre die Rauchlast der Geräte im Brandfall nicht zu bewältigen. Ein Flughafensprecher erklärte, die Vorwürfe würden derzeit überprüft.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD) hält es für möglich, dass der Betrieb am neuen Hauptstadtflughafen „nicht vor 2018 aufgenommen werden kann“. Die Probleme mit der Entrauchungsanlage gestalteten sich schwieriger als gedacht und bisher lägen keine Lösungsansätze vor, die eine Eröffnung Ende 2017 möglich machen würden, so Burkert.

Bei einer weiteren Verzögerung der Eröffnung des BER, drohen weitere Milliardenkosten, denn die Anwohner des Flughafens Tegel hätten dann Anspruch auf Schallschutz, was zu Mehrkosten von rund zwei Milliarden Euro führen könnte.

„Wenn der BER nicht in absehbarer Zeit eröffnet wird, ist die Lage überaus ernst“, erklärte Jörg Stroedter (SPD). Die 300.000 Anwohner in Tegel könnten dann Schallschutzmaßnahmen einfordern. „Dann reden wir über ganz andere Summen als beim BER.“ Der Schallschutz des BER zum Schutz der 25.000 Anwohner kostete 730 Millionen Euro.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnte vor weiteren Verzögerungen, die den Einarbeitungszeiten in der Führungsebene geschuldet sein könnten. Am Montag hatten die Mitglieder des Aufsichtsrat den Nachfolger für Hartmut Mehdorn bestimmt: der ehemalige Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld soll der Chef des Hauptstadtflughafens werden.

Während der Bund in Form zweier Neinstimmen der Staatssekretäre Rainer Bomba (CDU) und Werner Glatzer (SPD) gegen den neuen BER-Chef stimmten, enthielten sich Axel Arendt, der einst Mühlenfelds Chef bei Rolls Royce gewesen ist und der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU).

Mühlenfeld kündigte nach seiner Wahl an, sich an den beschlossenen Terminplan halten zu wollen, ergänzte jedoch: „Ich werde in den nächsten Monaten sehen, ob das möglich ist.

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