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Geringer Einsatz, große Wirkung

Beachtliches Medienecho nach Kundgebung der NPD gegen Asyl-Camp in Dresden

Freitag, 06 März 2015 12:59 geschrieben von  Johann W. Petersen
Beachtliches Medienecho nach Kundgebung der NPD gegen Asyl-Camp in Dresden Quelle: DERFFLINGER

Dresden - Obwohl aufgrund der kurzfristigen Mobilisierung nur relativ wenig Sympathisanten am Mittwochabend an der NPD-Kundgebung gegen das mittlerweile aufgelöste Asyl-Camp vor der Semperoper in Dresden teilnahmen, hat sie lokal ein beachtliches Medienecho ausgelöst. Der NPD-Kreisverband Dresden verkündete nach der Veranstaltung auf seiner Facebook-Seite: „Gute Stimmung am heutigen Abend auf dem Schlossplatz in Dresden: Mehr als 100 Bürger demonstrierten gegen die Asyllobby und die inzwischen beendete dreiste Besetzung des Theaterplatzes durch Flüchtlinge und deren linke Unterstützer. Dank der massiven Proteste von empörten Dresdner Bürgern reagierten Polizei und Ordnungsamt prompt und räumten am Dienstag-Morgen das Camp.“

Ausführlich berichtete nicht nur der MDR in seinen Radio- und Fernsehnachrichten über den Anti-Asyl-Protest der rechten Partei, auch das Dresdner Boulevardblatt „Morgenpost“ widmete der Sache einen Artikel. Darin heißt es: „Mittwochabend haben Flüchtlinge erneut vor der Semperoper protestiert. Zeitgleich versammelten sich auch NPD-Anhänger auf dem Schlossplatz. – Nach Angaben der Polizei versammelten sich ca. 250 Menschen auf dem Theaterplatz – sie forderten mehr Rechte für Flüchtlinge. Die Kundgebung richtete sich aber auch gegen einen Aufmarsch der NPD, die sich auf dem benachbarten Schlossplatz versammelte. (…) Beide Kundgebungen verliefen ohne Zwischenfälle.“

Und weiter: „Die Flüchtlinge hatten sich kurz zuvor am Mittwochnachmittag gegen einen Hungerstreik entschieden. Sprecherin Baharak: ‚Wir haben wegen des Drucks von außen mit Hungerstreik gedroht, haben gestern aber überlegt, dass es doch noch andere Wege für eine Diskussion gibt.‘ Bei der Räumung des Protest-Camps sind an drei Stellen Schäden am historischen Pflaster des Theaterplatzes aufgetaucht. Die Kosten von ca. 1500 Euro will die Stadt den Veranstaltern des Protestcamps in Rechnung stellen.“

Die „Sächsische Zeitung“ berichtete nicht nur von der rechten und der linken Kundgebung, sondern auch vom Zoff zwischen dem Dresdner Ausländerbeirat und den illegalen Campern der linksextremen Pro-Asylanten-Initiative „Refugees Struggle Dresden“. So habe ein verärgerter Multikulti-Fan in Richtung der Asyl-Camp-Initiatoren gerufen: „Mit der Aktion vor der Semperoper schadet ihr doch den Interessen aller Flüchtlinge.“ Auch Ausländerbeiratschef Victor Vincze übte Kritik an den Protestcampern und ihre Forderungen: „Wir haben Sorge, dass Flüchtlinge dadurch in ein schlechtes Licht gerückt werden.“

Die „Sächsische Zeitung berichtete weiter: „Das Verhältnis zwischen den Demonstranten vom Theaterplatz und den Vertretern der Dresdner Ausländerorganisationen bleibt unterkühlt. Aber nur bis zum Abend. Gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD (…) auf dem Schlossplatz stehen sie trotz der Differenzen zusammen. Aus dem Häuflein vom Nachmittag sind inzwischen 250 Demonstranten geworden, die lautstark protestieren, als ein NPD-Stadtrat die islamkritische Pegida-Bewegung lobt. Rund 400 Polizisten trennen die beiden Lager, wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht später mitteilt.“

Trotz kurzer Vorbereitungszeit und überschaubarer Mannstärke vor Ort ist der NPD mit ihrer Kundgebung ein öffentlichkeitswirksamer Coup gelungen, der die Partei wieder stärker ins Bewusstsein rückt, nachdem sie im letzten Jahr den Wiedereinzug in den Sächsischen Landtag knapp verfehlte. In Dresden bleibt die rechte Partei, die mit zwei Vertretern im Stadtrat sitzt, offenbar rührig – und bleibt damit eine ernstzunehmende Konkurrenz zur bürgerlich-konservativen AfD, die das Mittel öffentlicher Versammlungen noch nicht für sich entdeckt hat.

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