www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

"Aufwiegler aus den Redaktionen entfernen“

Bemerkenswerter Vorstoß eines Islam-Funktionärs

Freitag, 08 August 2014 18:53 geschrieben von  Jens Hastreiter
Bemerkenswerter Vorstoß eines Islam-Funktionärs Quelle: pictures-and-visions.de

BerlinMohammed Khallouk ist beim Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) zuständiger Beauftragter für „wissenschaftliche Expertise”. In dieser Funktion schaltete sich Khallouk dieser Tage in die Mediendebatte um einen vielbeachteten Beitrag von Nicolaus Fest in der „Bild am Sonntag ein“. Der ZMD-Funktionär fordert rundheraus, „Aufwiegler aus den Redaktionen zu entfernen”.

Wer „Aufwiegler“ sind, darüber hat Khallouk klare Vorstellungen: gemeint sind Personen, die die „Integrationsleistungen” von Muslimen nicht angemessen „würdigen” und von „tatsächlicher oder vermeintlicher Integrationsresistenz” Rückschlüsse auf den Islam ziehen. Dazu bedürfe es neuer presserechtlicher Regelungen, ja nachgerade eines verpflichtenden „Wertekanons”. Anders sei der „gesellschaftliche Frieden” nicht zu schützen, argumentiert Khallouk.

Khallouks „Wertekanon“ läßt Fragen offen. Die Tageszeitung „Die Welt“ druckte dieser Tage die Stellungnahme des ZMD-Funktionärs noch einmal ab, sozusagen zum Mitlesen. Dort heißt es unter anderem:

„Deutschland bedarf (...) einer Medienlandschaft, welche die vorhandenen Integrationsleistungen seiner Muslime würdigt, sie zu Partizipation an gesellschaftlicher Verantwortung einlädt und nicht aus tatsächlicher oder vermeintlicher Integrationsresistenz einzelner Mitglieder auf eine gesamte Religion schließt. Wenn der Axel Springer Verlag und mit ihm jegliche einflußreichen Medien ein ernsthaftes Interesse am förderlichen Beitrag des Islam für die Zukunft unseres Landes besitzen, braucht es einen Wertekanon, der dazu verpflichtet, sich dem Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen dienlich zu zeigen. Dementsprechend gilt es jegliche islamfeindlichen Aufwiegler, die gegen diesen Kanon verstoßen, aus den Redaktionen zu entfernen.“

Über nennenswerten Widerspruch zu Khallouks Forderung wurde bislang nichts bekannt. Lediglich ein drei Tage später veröffentlichter Leserbrief pocht darauf, daß man Khallouks Äußerungen nicht hinnehmen könne.

Mohammed Khallouk, gebürtiger Marokkaner, machte sich bereits vor seiner Berufung zum ZMD-Beauftragten einen Namen mit „wissenschaftlichen Stellungnahmen”, so etwa 2008 im Zusammenhang mit der Abberufung Sven Kalischs von der Münsteraner Professur für Islamische Theologie. Auch Kalischs Nachfolger Mouhanad Khorchide wurde durch ein weiteres Gutachten von Khallouk (und Kollegen) als „unislamisch“ arbeitend attackiert. Khallouk ist Islamwissenschaftler und Politologe und lehrte in Marburg sowie an der Bundeswehrhochschule in München. Er ist derzeit am College of Sharia and Islamic Studies der Qatar University in Doha (Lehrplan) tätig. Seine Tätigkeit als ZMD-Beauftragter für „wissenschaftliche Expertise” ist eher ein Nebenjob.

Das Scheichtum Katar will nicht nur die Fußball-WM des Jahres 2022 ausrichten, sondern finanziert auch Wissenschaftler, die in der Bundesrepublik gegen grundgesetzlich verbürgte Freiheitsrechte agieren. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland muß sich auf kritische Fragen gefaßt machen.

Letzte Änderung am Dienstag, 02 Dezember 2014 18:31
Artikel bewerten
(5 Stimmen)