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Chaostruppe AfD

Bernd Lucke stellt Bedingung für weitere Amtszeit

Dienstag, 02 Dezember 2014 16:38 geschrieben von  Torsten Müller
Prof. Dr. Bernd Lucke Prof. Dr. Bernd Lucke Quelle: alternativefuer.de

Magdeburg - Die AfD wird weiterhin von internen Problemen geplagt. Nachdem der Vizevorsitzende Hans-Olaf Henkel öffentlich kundtat, dass er sich für einen Teil der Mitgliedschaft schämt, hatte ihn sein Stellvertreterkollege Alexander Gauland dafür heftig kritisiert. Nicht ohne Grund vermuten Beobachter der Partei einen drohenden Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Henkel und dem eher konservativen Flügel um Alexander Gauland.

Bundessprecher Bernd Lucke versuchte zwischen den beiden zu vermitteln, sah sich aber plötzlich ebenso der Kritik Gaulands ausgesetzt. Dieser warf ihm vor, ein „Kontrollfreak“ zu sein und noch in den kleinsten Landesverband hineinregieren zu wollen. Daraufhin zeigte sich Bernd Lucke empört und wollte sich öffentlich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Lucke schrieb vor einigen Wochen einen Brandbrief an die Basis, in dem er darauf hinwies, dass man härter gegen Querulanten in den eigenen Reihen vorgehen müsse und Intrigen nicht weiter zulassen dürfe.

Lucke scheint von seiner Partei mehr und mehr genervt zu sein, hat er doch nun sogar offengelassen, ob er auf dem Bundesparteitag 2015 nochmals für das Amt des Bundessprechers kandidieren wird. Bisher führen die drei gleichberechtigten, ehrenamtlichen  Bundessprecher Bernd Lucke, Konrad Adam und Frauke Petry die Partei. Lucke jedoch ist der Auffassung, dass die Professionalisierung der Partei nur gelingen kann, wenn die Partei von einem Vorsitzenden geführt wird, der wiederum von einem hauptamtlichen Generalsekretär unterstützt wird.

Der Ökonom hat ebenso erklärt, dass er nur nochmals als Bundessprecher zur Verfügung stünde, wenn der nächste Bundesparteitag per Satzungsänderung die Zahl der Bundessprecher von drei auf einen reduziert wird. Die sächsische Fraktionsvorsitzende Frauke Petry spricht sich wiederum dafür aus, dass künftig zwei gleichberechtigte Bundessprecher die Partei führen mögen.

Sollte Lucke sich mit seinem Ansinnen nicht durchsetzen können, wird interessant zu beobachten, wie sich die AfD entwickeln wird. Lucke ist bisher das medial wahrgenommene Gesicht der Partei, auch wenn er nicht als sonderlich charismatisch bezeichnet werden kann.

Möglicherweise bewerben sich Gauland und Petry um das hohe Amt – ob einer von ihnen aber beide Flügel dauerhaft vereinen können wird, ist äußerst fraglich.

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