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SPD, Grüne und Linke nicht überzeugt

Betreuungsgeld – nicht der große Sprung, aber ein Schritt in die richtige Richtung?

Montag, 28 Juli 2014 18:34 geschrieben von  Torsten Müller

Berlin - Es ist kaum verwunderlich, dass SPD, Linke und Grüne noch immer Sturm gegen das im letzten Jahr eingeführte Betreuungsgeld laufen, obwohl dieses bei immer mehr Menschen gut anzukommen scheint. Laut der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, sei das Betreuungsgeld „absoluter Unsinn“ und „Familienpolitik ohne Sinn, ohne Verstand“.

Schaut man sich die Geburtenraten der letzten Jahre und Jahrzehnte an und vergegenwärtigt sich, dass sie unabhängig von den Farben der jeweiligen Regierungskoalition stabil bei 1,3-1,4 Kindern pro Frau lag, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass sämtliche Bundesregierungen der letzten Jahre familienpolitisch komplett versagt haben.

Kinder sind weiterhin das größte Armutsrisiko – die meisten Eltern sind finanziell gezwungen, jeweils eine Vollzeitstelle anzunehmen, obwohl sich die meisten Mütter repräsentativen Umfragen zufolge wünschen, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können.

Das Betreuungsgeld zielt eben auf dieses Problem ab. Eltern soll es finanziell erleichtert werden, zumindest in den ersten Lebensjahren mehr Zeit mit den Zöglingen verbringen zu können. Die Regelung zum Betreuungsgeld sieht vor, dass Eltern, die ihr Kind nicht in eine Kitaeinrichtung oder zu einer Tagesmutter bringen, pro Monat und Kind vor dem 1. August 2014 100 Euro und nach dem 1. August 2014 150 Euro ausgezahlt bekommen.

Bisher wurden über 280.000 Anträge auf Betreuungsgeld gestellt, was darauf schließen lässt, dass es bei vielen Bürgern durchaus auf Wohlwollen und Interesse stößt.

Die linken Parteien – SPD, Grüne und Linke – wollen die Eltern hierzulande offenbar pauschal für unfähig erklären, ihre Kinder zu erziehen und wohlbehütet aufwachsen zu lassen. Ihrer Ideologie zufolge sind nur staatliche Institutionen imstande, Kindern die richtigen Werte zu vermitteln.

Das Ziel, das hinter dem Betreuungsgeld steht, ist durchaus zu begrüßen. Es ist letztlich das familienpolitische Gegenstück zum verbindlichen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Angesichts des massiven Mangels an Erzieherinnen (derzeit fehlen laut Bertelsmann-Stiftung bundesweit über 120.000 Erzieherinnen, um einen angemessenen Betreuungsschlüssel gewährleisten zu können) ist es zu begrüßen, dass immer mehr Eltern sich entschließen, ihre Kinder daheim aufwachsen zu lassen.

Das Betreuungsgeld ist ein Schritt in Richtung echter Wahlfreiheit für die Eltern – Wahlfreiheit zwischen Kita-Betreuung und der Betreuung zu Hause. Um echte Wahlfreiheit schaffen zu können, sollte es aber zu einem echten, sozialversicherungspflichtigen Müttergehalt ausgebaut werden.

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