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Banden aus Südosteuropa fürchten ums Geschäft

Bettelverbot in München!

Donnerstag, 07 August 2014 11:12 geschrieben von  Susanne Hagel
Auch am Münchener Karlsplatz soll Ruhe vor der Bettelmafia einkehren Auch am Münchener Karlsplatz soll Ruhe vor der Bettelmafia einkehren Foto: Derfflinger.de

München - Die bayrische Hauptstadt geht energischer gegen aggressives Betteln vor. Nachdem die Zahl der organisierten Bettler in den letzten Jahren stetig gestiegen ist - allein im Bahnhofsviertel sind es aktuell um die Hundert jeden Tag -, erließ das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun eine Allgemeinverfügung, die organisiertes und aggressives Betteln in der Altstadt und rund um den Hauptbahnhof verbietet.

Nachdem die Polizei allein 2059 Mal in den ersten sieben Monaten 2014 ausrücken musste, weil Passanten oder Geschäftsleuten sich über das aggressive Auftreten dieser Bettler vor allem im Bahnhofsviertel beschwerten, wird nun auch hier wie in der Fußgängerzone ein Verbot erteilt. Im Oktober schlug eine Bettlerin mit ihrer Krücke nach einer Passantin, die ihr kein Geld geben wollte und verfluchte deren Kind mit den Worten „Dein Kind soll sterben“.

Es handele sich vor allem um bandenmäßiges Betteln, so vermelden KVR und Polizei. Die Bettler auf der Straße würden für Hintermänner arbeiten, die einen Großteil des Geldes für sich beanspruchen. Die vor allem aus Rumänien und aus der Slowakei stammenden Bettler würden regelrecht "eingeschleust" und bekämen die Gelder für die Einreise, den Transport und die Unterkunft in München von den Hintermännern vorgestreckt. Diese Leistung müsse dann von den Bettlern abgearbeitet werden. "Die Hintermänner sammeln das erbettelte Geld mehrmals am Tag ein, damit die Polizei nur möglichst geringe Summen sicherstellen kann", erläuterten KVR und Polizei. "Nur ein Bruchteil verbleibt bei den bettelnden – und tatsächlich bedürftigen – Personen."

Dem solle nun ein Ende gesetzt werden, so KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. "Stilles Betteln“, wie etwa ein Obdachloser, der im Bahnhofsviertel am Boden hockt, bleibe allerdings erlaubt. Die Allgemeinverfügung richtet sich vor allem gegen das Betteln in Begleitung von Kindern, gegen aggressives und bandenmäßiges Betteln sowie gegen Betteln unter Vortäuschen von Behinderungen. „Die Bürger fühlen sich dadurch zunehmend gestört“, erklärt Blume-Beyerle.

Wer sich nicht an das Verbot hält und trotz Platzverweis immer wieder kommt, muss mit einer Ersatzzwanghaft bis zu vier Wochen rechnen. Derzeit verteilt die Polizei Mitteilungen über das neue Verbot in vier Sprachen unter den Bettlern. Es wird befürchtet, dass sich das Problem dadurch nur verschiebt: Bereits jetzt sind aggressive Bettler samt Kindern vor dem Perlacher Einkaufsparadies (PEP) aktiv. Sie ziehen von dort musizierend in benachbarte Wohnanlagen. Auch sind trotz Verbot immer mehr Bettelmusikanten in U-Bahn und S-Bahn unterwegs. Mit Hilfe von Infofilmen wird empfohlen, Bettlern nichts zu geben, um den Hintermännern die Geschäftsgrundlage zu entziehen.

Die Geschäftsleute rings um das Bahnhofsviertel zeigen sich erleichtert. „Die Innenstadtwirtschaft bedankt sich bei Wilfried Blume-Beyerle und der Polizei“, erklärte Wolfgang Fischer von City Partner. Ebenso die SPD-Stadtratsfraktion:

"Das Ganze dient im Grunde sogar dem Schutz der echten Bettler. Auch diese haben nämlich den Unmut der Bevölkerung zu spüren bekommen, weil die organisierte Bettelei in der Stadt so massiv zugenommen hat", verkündete Beatrix Zurek, SPD-Stadträtin und Sprecherin im Kreisverwaltungsausschuss. "Mit sozialer Härte hat das nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, organisierte Bettel-Strukturen zu unterbinden.“

Letzte Änderung am Donnerstag, 07 August 2014 14:59
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