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Wird die Politik des Wladimir Putins im Westen unterschätzt?

Bloomberg lobt russischen Rubel

Dienstag, 07 April 2015 16:30 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
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New York - Seit der sogenannten Krim-Krise und der dieser bereits vorausgegangenen Reaktivierung der NATO als „kalter Krieger“ sind zumeist auch die medialen Berichterstattungen im Zusammenhand mit Russland und Wladimir Putin von einer gewissen Einseitigkeit geprägt. Und mit Blick auf die Rechtfertigung der US-europäischen Sanktionspolitik ließen die getätigten Wirtschaftsprognosen nicht selten den Wunsch als Vater des Gedankens durchschimmern. Umso verstörender muß es auf die Protagonisten der westlichen Heilslehre wirken, wenn die realen Entwicklungen nicht den erhofften Rückenwind bieten. Eine derartige Entwicklung kann aber gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden. So war der Agentur Bloomberg die, wenn auch nicht für alle, so doch sicher für viele vielleicht überraschende Meldung zu entnehmen, daß westliche Experten bislang die russische Währung unterschätzt haben. Das Ende des Rubelverfalls und die inzwischen sogar wieder ansteigende Entwicklung steht im deutlichen Gegensatz zu nahezu allen westlichen Analystenprognosen.

Der Agentur Bloomberg zufolge ist der global als die schlechtesten Währung eingestufte Rubel im ersten Jahresquartal 2015 sogar in die Kategorie der besten Währung vorgedrungen. Obwohl im besagten Zeitraum die russische Zentralbank die Leitzinsen nicht unerheblich senkte und auch der Ölpreis gesunken war, vermochte der Rubel binnen drei Monaten wieder um 4,4 % zulegen. Jüngst hatte die Agentur bereits eingestanden, daß - so wörtlich - „Putins Wirtschaftsteam Wunder bewirke“.

Mit Blick auf Russland als Reiseziel machte auch branchenspezifisch die Welttourismusorganisation darauf aufmerksam, daß die erfolgte Abwertung des Rubels unter touristischen Aspekten zumindest keinen Nachteil darstelle, da dies auf das traditionelle Hochpreissegment im russischen Hotelgewerbe relativierend wirke. Eine steigende Bedeutung Russlands in der weltweiten Tourismusbranche schien sich schon in den zwei, drei Jahren zuvor abzuzeichnen, in denen über 20-prozentige Zuwachsraten zu verzeichnen gewesen waren. Nicht zuletzt wird dieser Wirtschaftszweig mittels gezielter Förderprogramme, vornehmlich bezüglich des Infrastrukturausbaus seitens der russischen Politik unterstützt. Ganz allgemein konnte Russland, allen tatsächlichen und ihm zugesprochenen wirtschaftlichen Problemen zum Trotz, im Jahresverlauf 2014 laut Zentralbank seine Auslandsverschuldung von 728,86 Mrd. $ um 17,7 % auf 599,5 Mrd. $ reduzieren. - Für den interessierten mündigen Zeitgenossen dürfte insofern das Beispiel Russland zeigen, daß genau darauf zu achten ist, was seriöse Analyse und was lediglich interessengerichtete Propaganda ist.

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