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Terrorstrategie der IS

BND warnt vor Terroranschlag auf unseren Straßen

Montag, 10 November 2014 17:13 geschrieben von  Susanne Hagel
BND warnt vor Terroranschlag auf unseren Straßen Quelle: Bundesnachrichtendienst (BND)

Berlin - Laut einer internen BND-Analyse über die "mediale Terrorstrategie" des IS warnt der Bundesnachrichtendienst (BND) vor einem "größeren öffentlichkeitswirksamen Terroranschlag im Westen". Aus ihren Ermittlungen gehe hervor, die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) plane derartiges in naher Zukunft.

Ziel der Islamisten seie demnach, die internationale Koalition zur einer Aussendung von Bodentruppen nach Syrien und in den Irak zu zwingen. Schon seit längerem ziele die Propaganda der IS-Anhänger darauf ab, eine "vermeintlich finale Schlacht zwischen den 'reinsten und besten Mujahidin des ISIS' und der 'Armee der Kreuzzügler' einzuläuten". Für die IS-Terroristen sei dies fester Bestandteil ihrer "endzeitlichen Prophezeiung", so der Bericht. Bereits seit September rufe der IS vor allem über das Internet zu Anschlägen gegen alle Nationen auf, die sich gegen die Islamisten positionierten. Erst in der Oktoberausgabe des IS-Internetmagazins "Dabiq" nannten die Extremisten unter anderem auch Deutschland als künftiges Anschlagsziel. Infolgedessen verübten kurz darauf in Kanada zwei mutmaßliche Einzeltäter Anschläge. Wie der BND einschätzt, werde "das Niveau solcher Anschläge nicht ausreichen, um den erhofften politischen Effekt zu erzielen". Sie sehen es als den "nächsten logischen Schritt", dass in naher Zukunft deutlich folgenreichere Anschläge im Westen oder auf westliche Ziele durchgeführt werden.

Unterdessen gehen die Kämpfe in Syrien und im Irak gegen die Terrormiliz unvermindert weiter. Wie die USA erklärte, habe man am Wochenende nach eigenen Angaben im Norden des Iraks Anführer der Dschihadisten, darunter womöglich auch deren Chef Abu Bakr al-Baghdadi, bombardiert. Auch Syriens Luftwaffe griff IS-Stellungen an und tötete dabei mindestens 21 Menschen. US-Präsident Barack Obama spricht derweil von einer "neuen Phase" im Kampf gegen den IS im Irak. Nachdem die Luftangriffe "sehr wirksam" die Kapazitäten der Dschihadisten verringert hätten, müsse man nun in die Offensive gehen, so Obama am Sonntag. "Was wir jetzt brauchen, sind Bodentruppen, irakische Bodentruppen, die damit beginnen, sie zurückzudrängen", so der US-Präsident. Erst am Freitag hatte er die Entsendung zusätzlicher 1500 US-Soldaten in den Irak verkündet, bekräftigte aber neuerlich, keine Kampfeinsätze vor Ort zu leisten, sondern lediglich bei der Ausbildung irakischer Truppen und anderer Kräfte für den Kampf gegen den IS zu helfen. Sollten die örtlichen Bodentruppen allerdings soweit sein um eine Offensive gegen den IS zu starten, würden Amerikaner sie "nah aus der Luft" unterstützen.

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