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Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Bundeskabinett will Provenienzforschung zur NS-Raubkunst verstärken

Donnerstag, 09 Oktober 2014 14:14 geschrieben von  Susanne Hagel
"NS-Kunstsammler" und Reichsjägermeister Hermann Göring "NS-Kunstsammler" und Reichsjägermeister Hermann Göring

Berlin - Am gestrigen Mittwoch hat das Bundeskabinett die Errichtung einer Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste" beschlossen. 

Die CDU/CSU-Fraktion begrüße, dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters eine überzeugende Antwort auf den Fall Gurlitt in Form eines solchen Zentrums gefunden habe. "Das Zentrum ist das klare politische Signal: Die Bundesregierung - und mit ihr die CDU/CSU-Bundestagsfraktion - ist sich ihrer besonderen Verantwortung für die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs bewusst", so der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz. Kunststaatssekretär Jürgen Walter (Grüne) begrüßte ebenfalls den Vorantrieb der Suche nach NS-Raubkunst. "Die Einrichtung des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste kann ein Aufbruchsignal in Sachen Provenienzforschung bedeuten."

Ziel der Arbeit des Zentrums sei es, die zahlreichen Aktivitäten und Einrichtungen der Provenienzforschung zu bündeln, zu stärken und auszubauen. Durch verstärkte staatliche Unterstützung solle sichergestellt werden, dass Unrecht geahndet wird. Angedacht sei es, die Stiftung zu einem national und international zentralen Ansprechpartner in Deutschland für Fragen der Auffindung und Rückgabe des NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts auszubauen. Neben der Aufarbeitung von Kulturgutverlusten der NS-Zeit gelte dieses Ziel auch für Raubkunst aus der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der DDR.

Der Bund erklärte sich bereit das Zentrum in Höhe von vier Millionen Euro jährlich zu unterstützen. Weitere 608.000 Euro pro Jahr müssten von den Ländern zur Verfügung gestellt werden. Das neue Zentrum solle in Magdeburg entstehen und alle bisherigen Anlaufstellen zur Herkunftsforschung unter einem Dach vereinen. Wenn die Länder dem Projekt am Freitag bei der Kultusministerkonferenz in Essen zustimmen, könne die Zahl der Mitarbeiter von bisher vierzehn auf zwanzig aufgestockt werden.

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