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Till Backhaus warnt vor Vogelgrippe

Bundeslandwirtschaftsminister beantragt EU-Gelder zur Wildvogelüberwachung

Montag, 24 November 2014 17:36 geschrieben von  Susanne Hagel
Till Backhaus Till Backhaus Quelle: wikimedia.org | CC BY 3.0

Schwerin - Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fordert mehr Geld von der Europäischen Union (EU) zur Überwachung von Wildvögeln im Kampf gegen die Vogelgrippe H5N8.

Nachdem auf Rügen erstmals der Nachweis des H5N8-Erregers in einer geschossenen Wildente erfolgt ist, sei  der Verdacht, "dass Wildvögel an dem erneuten Auftreten der Geflügelpest in Europa beteiligt sind" bestätigt, so Schmidt in einem schreiben an Vytenis Andriukaitis, dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Er forderte in diesem Zusammenhang wiederholt "die Etablierung eines aktiven, EU-weiten Wildvögelmonitorings", um mögliche Eintragungswege von Vogelgrippeviren in Hausgeflügelbestände schneller aufspüren und präventiv agieren zu können. Till Backhaus (SPD), Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern, schließt sich den Forderungen von Schmidt an. "Das Erste, was gemacht werden muss, ist deutschlandweit das Monitoring zu verstärken", so der Politiker. "Ich hoffe auch, dass Brüssel bereit ist, dafür mehr Geld bereitzustellen", so Backhaus. Ein Überspringen des hochansteckenden Virus auf Nutztiere, auf Säugetiere oder gar den Menschen müsse verhindert werden. "Da ist jeder Cent gefragt."

Mit dem Nachweis des Virus in dem Wildvogel, eine Krickente, die selbst keine Krankheitsanzeichen aufwies, erhärtete sich der Verdacht, die Ausbrüche der vergangenen Wochen in europäischen Nutztierställen könnten auf Wildvögel zurückgehen. "Es ist ein weiterer Hinweis, dass Wildvögel daran beteiligt sein könnten", erklärte Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems. Die Bundesregierung tagt am heutigen Vormittag in einem Krisentreffen in Berlin um über mögliche Präventionsmaßnahmen zu entscheiden.

Unterdessen rief Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) alle Bundesländer zur Vorsorge auf. Hausgeflügel solle in Ställen oder überdachten Volieren untergebracht werden und kein Wasser aus Seen oder Bächen, die potenziell mit dem Kot infizierter Wildvögel in Kontakt gekommen sein könnten, getränkt werden. "Unklare Krankheits- oder Todesfälle müssen schnellstmöglich untersucht und bei Verdachtsfällen dem jeweils zuständigen Veterinäramt gemeldet werden", so Schmidt. Nur durch konsequente Hygiene könne man die Verbreitung der Geflügelpest verhindern. Auch forderte er die Länder auf, ein aktiveres Wildvögelmonitoring zu installieren. "Damit können die Kenntnisse zum Vorkommen von Vogelgrippeviren vertieft werden", sagte er.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) ordnete bereits am Sonnabend die sofortige Unterbringung aller rund 13 Millionen Hühner, Puten und Enten sowie von anderem Nutzgeflügel in Ställen oder überdachten Aussengehegen an. Rund 40.000 Halter seien von der Anordnung betroffen, hieß es. Die Einhaltung werde durch die Veterinärämter und die Polizei kontrolliert. "Bei dem Virus in der Krickente bei Rügen handelt es sich um exakt den gleichen Erreger, der bei den bisherigen Ausbrüchen in Deutschland und den Niederlanden nachgewiesen wurde", sagte Backhaus. Auch zu dem H5N8-Virus, das in Großbritannien festgestellt wurde, gebe es nur sehr geringe Abweichungen. In einem Umkreis von drei Kilometern um den Fundort der infizierten Krickente auf der Insel Ummanz werden die Geflügelhaltungen seit Sonnabend besonders beobachtet. "Ein Sperrbezirk wurde aber nicht eingerichtet", betonte Backhaus.

Anfang November war fünfzig Kilometer entfernt in einem Putenmastbetrieb in Heinrichswalde im Landkreis Vorpommern-Greifswald die Vogelgrippe ausgebrochen. Später wurden auch in den Niederlanden und in Großbritannien Ausbrüche der Geflügelpest vermeldet.

Letzte Änderung am Mittwoch, 26 November 2014 01:49
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