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Grüne Reaktion auf Köln

Cem Özdemir wettert gegen frauenfeindliche Zuwanderer

Donnerstag, 04 Februar 2016 02:45 geschrieben von  Torsten Müller
Cem Özdemir Cem Özdemir Quelle: Bündnis90/Grüne

Berlin - Für die Grünen muss es besonders schlimm sein. Kaum eine Partei hat sich in den letzten Jahrzehnten so vehement für eine undifferenzierte Zuwanderung wie die Grünen eingesetzt. So sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, dass man in Deutschland auch Zuwanderer brauche, die sich im deutschen Sozialsystem zu Hause fühlen.

Den Grünen fiel es in den letzten Wochen schwer, eine klare Position zu den Ausländer-Übergriffen in der Silvesternacht in Köln zu entwickeln. Unzählige Frauen hatten im Nachgang übereinstimmend berichtet, dass sie von arabisch und nordafrikanisch aussehenden Männern attackiert wurden. Nachdem die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth in verharmlosender Art und Weise darauf hinwies, dass es derartige Übergriffe von Männern auf Frauen auch beim Oktoberfest und beim Karneval gebe, hat sich der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir nun zu Wort gemeldet.

Özdemir mit Blick auf die sexuellen Übergriffe von Köln wörtlich: „Wir müssen uns fragen: Haben wir etwas übersehen, haben wir vielleicht irgendwo weggeschaut?“ In Anlehnung an den Spruch eines Kölner Karnevalsvereins fügte er hinzu: „Wer ein Problem mit Frauen hat, der kann gleich wieder gehen - und alle anderen sind herzlich willkommen.“ Für ihn seien sowohl Meinungsfreiheit als auch Religionsfreiheit unumstößliche Prinzipien. Özdemir dazu weiter: „Dazu gehört das Recht, seine Religion anders zu interpretieren: kein Kopftuch zu tragen, den zu heiraten, den ich möchte - oder einen Minirock zu tragen.“

Der Grünen-Chef versuchte auch nach Ursachen zu suchen. Derartige Taten könnten durchaus etwas „mit patriarchaler Kultur oder einer sexistischen Auslegung des Islam zu tun haben.“ Es gebe möglicherweise Probleme mit patriarchalischen Rollenmustern.

Mit Blick auf islamische Vereine ergänzt er: „Dass manche islamische Funktionäre dagegen nicht vorgehen, sondern das Problem durch Tabus und Sprechverbote noch verschärfen, kommt dann noch dazu.“ Sexuelle Toleranz müsse zum festen Bestandteil der Integrationskurse gehören, „das Verhältnis zu Sexualität und das Verhältnis zu Geschlechterfragen muss auf die Tagesordnung“.

Wie ernst Özdemir seine Äußerungen meint, wird sich daran erkennen lassen, ob seine Partei der Verschärfung des Aufenthaltsrechts für kriminelle Ausländer zustimmt. Den vielen Worten müssen irgendwann auch Taten folgen, wenn Özdemir noch ernst genommen werden will.

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