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Israelitische Kultusgemeinde München

Charlotte Knobloch fordert PEGIDA-Verbot

Donnerstag, 22 Oktober 2015 23:07 geschrieben von  Susanne Hagel
Charlotte Knobloch (2009) Charlotte Knobloch (2009) Quelle: de.wikipedia.org | Thaidigsmann

München - Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, fordert die GIDA-Bewegungen verbieten zu lassen.

„PEGIDA ist eine offen rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Bewegung, die gestoppt werden muss“, so Knobloch in einer Pressemitteilung als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Längst habe sich etwa der GIDA-Ableger in München (MüGIDA) „offen rassistisch, fremdenfeindlich und antisemitisch“ gezeigt.

Sorge bereite ihr die Vorstellung, dass am 9. November, der diesmal auf einen Montag fällt und das Datum der Reichspogromnacht war, PEGIDA-Demonstrationen stattfinden könnten. „Es wäre absolut unerträglich, wenn auch am 9.November der Aufmarsch der Neonazis genehmigt würde, an jenem Tag, als Goebbels 1938 von München aus die Reichskristallnacht initiierte. Die Vorstellung, 77 Jahre später könnten wieder Nazis als Mob durch unsere Straßen ziehen, erfüllt mich mit blankem Entsetzen und Wut“, so Knobloch.

Sie forderte die Stadt München auf, ein Demonstrationsverbot gegen die „Verfassungsfeinde“, die „ungehindert ihre Hass-Ideologie verbreiten können“, zu erwirken – notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht. „Die Stadt München sollte ein Zeichen setzen“, so die Jüdin. „Wir erleben das Gegenteil von `Wehret den Anfängen!´“

Während am Montag in Dresden die Bewegung PEGIDA ihren ersten Geburtstag feierte, waren auch in München Anhänger der MüGIDA auf der Straße, um friedlich zu demonstrieren. Anschließend wollten sie einen Kranz am Platz der Opfer des Nationalsozialismus niederlegen, was ihnen durch ein Pfeifkonzert und Buhrufe der dort versammelten Gegendemonstranten jedoch fast unmöglich gemacht wurde.

„Spätestens in diesem Moment war klar, dass das folgende schauerliche Schauspiel nichts weiter als die Verspottung der Opfer war“, ist sich Knobloch sicher. „Dass sich diese Perfidie ohne staatliche oder juristische Intervention zutragen konnte, ist ein Skandal.“

Letzte Änderung am Freitag, 23 Oktober 2015 05:29
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