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Thüringer Landtag

Christian Carius (CDU) lehnt CSD-Empfang ab

Mittwoch, 12 August 2015 00:07 geschrieben von 
Bildschirmfoto der Webseite von Christian Carius Bildschirmfoto der Webseite von Christian Carius Quelle: Bildschirmfoto vom 12.08.2015 | http://www.christian-carius.de

Erfurt - Anlässlich des Christopher Street Days (CSD) in Erfurt am 29. August planten die Veranstalter neben dem Umzug der Homosexuellen durch die Stadt auch einen Empfang im Landtag des Freistaats. Dort wollte man eine Ausstellung präsentieren, „welche mittels Comicstrips die Realität von Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung darstellt“. Doch der Landtagspräsident Christian Carius (CDU) erteilte den Schwulen und Lesben eine Absage.

Wie ein Sprecher des Landtages erklärte, lag eine Anfrage der Veranstalter des CSD vor. Nachfragen des Landtages zum Umfang der Veranstaltung blieben jedoch unbeantwortet. Dem Landtagspräsidenten nun Intoleranz vorzuwerfen, sei angesichts der Schwulen- und Lesbenverbände, die jedes Jahr zum Besuchertag im Landtag ausstellen dürften, absurd. Der Vorsitzende des CSD Erfurt, Ralf Merbach, erklärte hingegen, er habe keine Rückmeldung vom Landtag auf seine Anfrage erhalten. Der Landtag sollte ein weltoffenes Haus sein.

Für die Grünen sei Carius Absage und fehlende Unterstützung ein „wahrliches Trauerspiel“. Astrid Rothe-Beinlich, gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen erklärte: „Klar muss sein, dass der Thüringer Landtag nicht die offizielle Parteizentrale der Thüringer CDU ist.“ Ihre Fraktion habe sich deshalb entschlossen, einen „Regenbogenempfang“ zum Thema „Transsexualität und Transidentität“ zu veranstalten. „Mit Fragen und Problemen bei der Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und intersexuellen Menschen will die Thüringer CDU anscheinend im Landtag nichts zu tun haben“, so die Grünen-Politikerin.

Die AfD-Fraktion im Landtag begrüßte hingegen die Absage. „Die Vorhaltungen von Frau Rothe-Beinlich sind völlig absurd“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Wiebke Muhsal. „Es gibt nun wirklich drängendere Probleme als ein Regenbogenempfang für Transsexuelle oder den CSD in Thüringen.“ Sie forderte die Grünen, die SPD und die Linke auf, angesichts des erwarteten Bevölkerungsrückgangs die Augen zu öffnen und die Familienförderung stärker zu unterstützen. „Was wir brauchen, ist die Stärkung unserer Familien. Nur aus heterosexuellen Partnerschaften können nun mal Kinder entstehen, die Thüringen für die Zukunft dringend braucht.“ Anstelle eines CSD-Empfang sollte deshalb ein „Familienempfang“ im Landtag veranstaltet werden. „Stattdessen attackiert Frau Rothe-Beinlich den Landtagspräsidenten in einer völlig unangemessenen Weise, weil er sein Amt als Landtagspräsident nicht als Lobbyvehikel für eine kleine Minderheit missbraucht.“

Das Bündnis des CSD erklärte bereits, im kommenden Jahr einen neuerlichen Versuch für einen Empfang im Landtag zu starten. Dann ist der linke Ministerpräsident Bodo Ramelow Schirmherr der Schwulen- und Lesbenparade.

Letzte Änderung am Mittwoch, 12 August 2015 00:34
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