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Neue ICILS-Studie

Deutsche Schüler bei Computerkompetenz nur Mittelmaß

Freitag, 21 November 2014 16:22 geschrieben von  Torsten Müller

Berlin - Wieder einmal hat eine internationale Studie vor Augen geführt, dass das deutsche Bildungssystem zu wünschen lässt. Eine neue ICILS-Studie hat nun Fakten vorgelegt, die man nicht ignorieren sollte. So schneiden deutsche Schulen im weltweiten Vergleich sehr schlecht ab, wenn es um die digitale Ausstattung der Bildungseinrichtungen geht. Im Schnitt müssen sich 11,5 Schüler einen PC teilen, was auch schon bei der letzten Erhebung im Jahr 2006 so war. Seither wurden die Mittel offenbar nicht aufgestockt. Da die Schulen kaum in der Lage sind, den Schülern Computer-Kenntnisse zu vermitteln, bringen sie sie sich selbst bei.

Die neue Studie hat die Computer-Kenntnisse von 12- und 13-Jährigen untersucht und kam zu besorgniserregenden Ergebnissen. Deutschland bewege sich, was die Computerkenntnisse dieser Altersgruppe anbelangt, international nur im Mittelfeld. Es gibt sehr wenige Schüler mit Spitzenkenntnissen, dafür aber viele mit nur ganz geringem Computerwissen. Auch ist alarmierend, dass die diesbezüglichen Fähigkeiten überdurchschnittlich stark von  der sozialen Herkunft abhängen. Das bekannte Problem, dass der schulische Erfolg stark vom Geldbeutel der Eltern abhängt, setzt sich in diesem Segment also nahtlos fort.

Schlechter als Deutschland schnitten Thailand und die Türkei ab, selbst Polen und Tschechien wiesen bessere Ergebnisse auf.

Das Problem beginnt nicht erst bei der mangelhaften Ausstattung der Schulen. Die Lehrer selbst sind häufig überfordert, weil sie zu selten auf IT-Fortbildungen geschickt werden. Die Schulforscher stellen resümierend fest: „Die weit verbreitete Annahme, dass Kinder und Jugendliche durch das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt automatisch zu kompetenten Nutzern digitaler Medien werden, trifft nicht zu.“

Die eigentlich für die Weiterentwicklung des Bildungswesens zuständige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann (Grüne) sprach sich dafür aus, dass Medienbildung eine „Pflichtaufgabe des schulischen Bildungsauftrages“ sein müsse. Warum die deutschen Schüler dennoch so schlecht abschneiden, bleibt ihr Geheimnis.

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium schiebt die Verantwortung derweil den Ländern zu: „Ich wünsche mir, dass die Studie den Ländern Impulse gibt, damit es an den Schulen zu dringend notwendigen Veränderungen und Verbesserungen kommt.“

Am Ende sind wieder Schüler und deren Eltern die Leidtragenden, weil der Bildungssektor nicht selten der Bereich ist, bei dem meisten gespart wird.

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