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SHB führt von deutschsprachigen Parteien unterstützte Plakataktion durch

Doppelte Staatsbürgeschaft in Süd-Tirol

Freitag, 14 August 2015 18:20 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Flagge Südtirols Flagge Südtirols

Bozen - Der Südtiroler Heimatbund (SHB) führt eine Plakataktion zur doppelten Staatsbürgerschaft durch, die im Rahmen eines Pressefrühstücks in Bozen vorgestellt wurde. Interessant dabei ist, daß neben Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit auch die Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer (SVP), Andreas Pöder (BürgerUnion-Ladins) und Pius Leitner (Die Freiheitlichen) daran mit teilgenommen haben, wodurch laut SHB-Obmann Roland Lang der gemeinsame Wunsch aller deutschen Parteien und Bewegungen in Südtirol nach der Staatsbürgerschaft unseres Vaterlandes ersichtlich wird. Die 1,18 x 1,75 Meter großen, in Erinnerung an Österreich farblich rot-weiss-rot gehaltenen, Plakate sollen über etwa zwei Wochen hinweg gezielt an 70 besonders frequentierten Verkehrsknotenpunkten angebracht werden.

Die SVP-Politikerin Maria Hochgruber Kuenzer erinnerte daran, daß die  Doppelstaatsbürgerschaft zwar ein durch mehrere Parteibeschlüsse gedecktes SVP-Anliegen sei, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht den ersten Platz auf der Prioritätenliste der politischen Arbeit der Südtiroler Landesregierung einnimmt. Für Andreas Pöder von der BürgerUnion-Ladins ist nicht nachvollziehbar, daß überhaupt in Wien Bedenken, die mit dem Staatsbürgerschaftsrecht generell zusammenhängen vorgebracht werden. Und Pius Leitner, Vertreter der Freiheitlichen wies darauf hin, daß Aufgrund mehrerer verfassungsrechtlicher Untersuchungen in der letzten Zeit sich herausgestellt hat, daß auch in Österreich die Staatsbürgerschaft für Südtiroler mit einer einfachen Gesetzesänderung sehr wohl möglich wäre. Der Landtagsabgeordnete der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit Sven Knoll warnte im Zuge der Verfassungsreform vor einer Zentralisierung des Staates und Abschaffung der Autonomie. „Diese Angriffe gegen Süd-Tirol können nur abgewehrt werden, wenn Süd-Tirol auch zukünftig seine Sonderrolle rechtfertigen kann. Die doppelte Staatsbürgerschaft wäre dafür das beste Mittel, da die Süd-Tiroler damit nicht mehr nur eine altösterreichische Minderheit, sondern auch juridisch österreichische Staatsbürger im italienischen Staat wären“, so Knoll.

Auf den Punkt brachte es der Obmann des Südtiroler Heimatbundes Roland Lang mit der Feststellung: „Italien ist der Staat, in dem wir heute leben, das Vaterland der Südtiroler aber bleibt Österreich.“ Im September soll im zuständigen österreichischen Parlamentsunterausschuß ein Treffen zur Doppelstaatsbürgerschaft stattfinden und im Oktober eine Befassung mit einer internationalen Expertengruppe im Südtiroler Landtag. Laut einer Umfrage des Linzer Instituts Spectra vom vergangenen Jahr sprechen sich 83% der Österreicher für eine doppelte Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler aus.

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