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Protest gegen Asylmissbrauch

Dr. Winfried Stöcker fordert: Lieber „Willkommenskultur für eigenen Nachwuchs entwickeln“

Donnerstag, 12 März 2015 16:24 geschrieben von 

Görlitz - Wie der Görlitzer Unternehmer Prof. Dr. Winfried Stöcker in einer Pressemitteilung seines Unternehmens Euroimmun mitteilte, lasse er sich von niemandem vorschreiben, was er zu denken oder zu sagen habe. Nachdem er sich im Dezember 2014 weigerte, sein Jugendstilkaufhaus als Kulisse für ein Benefizkonzert für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen, sah sich die Universität Lübeck, an welcher Stöcker lehrte und mehrere Projekte förderte, veranlasst, sich in einer öffentlichen Stellungnahme von dem Unternehmer zu distanzieren.

Nun kündigte Stöcker in „einer klaren Ansage“ an, die Universität Lübeck nicht weiter zu unterstützen – bisher hatte das Unternehmen jährlich rund 1 Million Euro in die Universität investiert. „Ich lasse mir den Mund von niemanden verbieten“, stellt der Unternehmer klar. „Es ist mein Recht, meine Meinung zu sagen. Ich bin ein freier Mensch.“ Gerade von einem Universitätsrektor müsse man erwarten können, dass er andere Meinungen ertragen könne, statt ohne Dialog eine öffentliche Distanzierung auszusprechen.

„Mit den Mitarbeitern der Firma Euroimmun haben wir ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, und würden es daher bedauern, wenn die fachliche Zusammenarbeit als solche gänzlich eingestellt werden würde“, sagte die Asta-Vorsitzende Birte Stoeter. Sie ergänzte jedoch, man stehe „voll und ganz hinter unserem Präsidenten“. Die Wissenschaftsmanagerin Lübecks, Dr. Iris Klaßen, betonte, wie sehr sie den Konflikt zwischen Universität und Euroimmun bedauere. „Das gute Miteinander aus den vergangenen Jahren ist leider komplett unter die Räder gekommen, was sehr schade für die Wissenschaftsstadt Lübeck ist.“ Auch der Kanzler der Universität, Oliver Grundei, bedauerte die beendete Zusammenarbeit, betonte jedoch Stöcker stelle mit seinen fremdenfeindlichen Äußerungen sein eigenes Lebenswerk in Frage.

Henrik Lehnert, der Rektor der Universität Lübeck, erklärte: „Wir bedauern diesen Schritt, weil wir das Unternehmen Euroimmun sehr schätzen. Letztendlich liegt aber ein hoher Dissenz vor, so dass es folgerichtig ist.“ Lehnert zeichnet verantwortlich für die öffentliche Erklärung der Universität, in der es unter anderem hieß: „Toleranz, Weltoffenheit und ein klares Bekenntnis zu multikulturellem Denken und Handeln sind unveräußerliche Werte unserer Campus-Kultur.“ Die Universität distanziere sich „daher auf das Nachdrücklichste“ von den Äußerungen Stöckers.

In einem Zeitungsinterview hatte dieser in deutlichen Worten die Ablehnung für das Benefizkonzert in seinem Kaufhaus begründet. Er wolle „den Missbrauch des Asylrechts nicht unterstützen.“ Unter anderem wolle er „in fünfzig Jahren keinen Halbmond auf dem Kölner Dom“ haben. Asylmissbrauch durch Antragsteller aus sicheren Herkunftsländern lehne er entschieden ab.

Seither ist es vorbei mit seinem guten Ruf als vorbildlicher, gesellschaftlich engagierter Unternehmer. Stöcker lässt sich dennoch nicht davon abbringen, seine Meinung zu sagen. Wer ihn und sein Unternehmen kenne, der wisse, dass er kein Ausländerfeind sei. Ohnehin betrachte über die Hälfte der Deutschen die praktizierte „Großzügigkeit gegenüber Wirtschaftsflüchtlingen“ als Nötigung und mit großem Unverständnis. Die Sorge in der Bevölkerung wächst, Deutschland verspiele sein Erbe durch eine bedingungslose Öffnung der Tore. „Alles was wir und unsere Vorfahren in den letzten Jahrhunderten errungen haben, scheint durch Überfremdung in Gefahr – das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Religionsfreiheit, das Selbstbestimmungsrecht, die Gleichberechtigung der Frau, das Wahlrecht und die religionsunabhängige Jurisdiktion.“

Dem Märchen von der dringend benötigten Einwanderung erteilt Stöcker ebenfalls eine Abfuhr: Das Land brauchte keine fremde Hilfe, um seine Renten zu finanzieren, wenn es statt einer Willkommenskultur für Ausländer eine „Willkommenskultur für eigenen Nachwuchs entwickeln“ würde.

Winfried Stöcker gründete nach seiner Flucht aus der DDR in Lübeck ein Medizintechnikunternehmen, welches mittlerweile rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt und mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt. Die Firma besitzt Niederlassungen in Frankreich, China, den USA, der Türkei und  den Vereinigten Arabischen Emiraten. Stöcker, der mit einer Chinesin verheiratet ist, engagierte sich stark in seiner Heimatstadt: neben der Sanierung von Straßen auf eigene Kosten, suchte er nach Lösungen für den angeschlagenen Flughafen der Stadt. In seinem Geburtsort Bernstadt errichtete Stöcker eine Niederlassung seines Unternehmens und kaufte 2013 das Görlitzer Warenhaus, welches er noch aus Kindertagen kennt. Die umfassenden Sanierungsarbeiten sollen bis 2016 abgeschlossen sein.

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 März 2015 19:47
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