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Chaos in NRW

Duisburg stößt bei Asylantenaufnahme an seine Grenzen

Montag, 25 August 2014 19:01 geschrieben von  Susanne Hagel
Duisburg stößt bei Asylantenaufnahme an seine Grenzen Quelle: pixabay.com

Der vorläufige Höhepunkt der rasant steigenden Asylantenzahl dürfte sich derzeit in Duisburgs Zeltstadt zeigen: auf dem ehemaligen Sportplatz der Sportfreunde 09 in Duisburg-Walsum errichtete das Deutsche Rote Kreuz 24 weißen Zelte für bis zu 150 Flüchtlinge. In jedem der fünf mal sechs Meter großen Zelte stünden je acht Betten, Stühle und Tische. In zwei Containern stehen je acht Duschen und acht Toiletten am Rande des Platzes bereit. 

Duisburg erntet für diese Notlösung für vier bis sechs Wochen breite Kritik. Als "inakzeptal" bezeichnete der Flüchtlingsrat NRW die Zeltstadt. "Diese Lösung ist für die Stadt Duisburg beschämend", betont Heinz Drucks, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrates NRW. Während die örtliche CDU der regierenden SPD Fehlplanung vorwirft, sorgen die Grünen sich, "dass nun Bilder von Duisburg um die Welt gehen, die man aus Flüchtlingslagern und Krisengebieten kennt."

Duisburg ist schlichtweg überfordert mit der Bewältigung des Asylantenzustroms: 

Etwa 130 neue Flüchtlinge müsse die Stadt jeden Monat aufnehmen. Die Kapazitätsgrenze sei bei den leeren Kassen längst überschritten. So fehlen nicht nur die Gebäude, um die Flüchtlinge unterzubringen, sondern auch das Geld. "Wir haben so viele Zuweisungen, dass wir an unsere personellen Grenzen stoßen", erklärt Sozialdezernent Reinhold Spaniel. Es handele sich um eine absolute Notlösung für maximal vier bis sechs Wochen. "Zum Wintereinbruch sollen alle Flüchtlinge in festen Unterkünften unterkommen", betont er. Während Kritiker fordern, die Flüchtlinge einfach in leere Wohnungen einzuquartieren, erklärt Spaniel die Schwierigkeiten dabei. Zum einen habe man "doch bereits 200 Wohnungen beschlagnahmt, und fünfzig Prozent der Asylbewerber dort untergebracht", zum anderen müsse man sich dafür vorab mit den Besitzern verständigen. Man könne nun mal Notunterkünfte auch nicht einfach von heute auf morgen bauen. "Die Zahl der Flüchtlinge in der Stadt ist rapide gestiegen. Die Zuweisung durch die Bezirksregierung erfolgt ziemlich spontan. Da kann morgens ein Anruf kommen, und abends steht der Bus da." Bezirksregierungssprecher Christian Chmel-Menges bestätigt, dass "die Zuweisung sich beschleunigt hat, weil die Einrichtungen des Landes voll sind." Deshalb seien in den Städten "Ideenreichtum und Flexibilität erforderlich", wenn es um die Unterbringung der Asylanten gehe. Wie genau die einzelnen Kommunen dies bewerkstelligen, wolle man nicht bewerten. "Aber eine Zeltstadt ist natürlich die letzte aller Alternativen.“

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