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Wegen 40-fachen Kindesmissbrauchs

Ehemaliger Grünenmitarbeiter zu sieben Jahren Haft verurteilt

Donnerstag, 20 November 2014 23:23 geschrieben von  Torsten Müller
Ehemaliger Grünenmitarbeiter zu sieben Jahren Haft verurteilt Quelle: lg-giessen.justiz.hessen.de

Gießen - Das Landgericht Gießen hat den ehemaligen Büroleiter des Grünenbundestagsabgeordneten Tom Koenigs wegen 40-fachen Kindesmissbrauchs an zwei Nachbarskindern zu sieben Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Der 62-jährige Grüne habe die Taten zwischen 2008 und 2009 in Gießen an den zwei Kindern aus der Nachbarschaft begangen. In 40 Fällen sah es das Gericht für erwiesen an, dass der Mann sich an den Kindern vergangen habe. Ursprünglich waren mehr als einhundert Fälle angeklagt worden. Der Verurteilte habe mit den Kindern auch Pornos angesehen und mit ihnen Joints geraucht.

Im vergangenen Jahr hatte Koenigs in Folge eines anonymen Briefs im Oktober mitgeteilt, dass sein Büroleiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde. "Ich war von den Vorwürfen schockiert und völlig überrascht. Diesen anonymen Brief habe ich noch am selben Tag der Polizei in Berlin übergeben", erklärte Koenigs damals. Im Zuge der Ermittlungen wurde das Wahlkreisbüro und das Privathaus des Verurteilten durchsucht. Der Verurteilte war stellvertretendes Mitglied des hessischen Grünen-Parteirats. Neben mehreren ehrenamtlichen kommunalpolitischen Positionen, saß er auch für seine Partei im Kreistag.

Erst in der vergangenen Woche wurde die dreihundert Seiten umfassende Studie zur Pädophiliedebatte bei den Grünen vorgestellt, die die Frage klären sollte, inwieweit die Grünen in vergangenen Jahren offen für Pädophile und deren Interessen und Forderungen waren. Die Studie wurde von dem Göttinger Parteienforscher Franz Walter und seinem Kollegen Stephan Klecha erstellt. "Die Debatte um Pädosexualität ist ein Teil der grünen Geschichte, und es ist klar, dass die Grünen an dieser Stelle mehr Offenheit gezeigt haben, als ihnen heute recht ist", fasst Klecha das Ergebnis der Auswertung zusammen.

Die Grünen waren im Vorfeld der letzten Bundestagswahl 2013 mehrfach wegen ihrer gut dokumentierten pädophilenfreundlichen Aussagen in der Vergangenheit angegriffen worden.

Unter anderem kam ans Licht, dass die Bundespartei in den Achtziger Jahren etwa die "Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle" ("BAG SchwuP") direkt finanzierte. Diese Arbeitsgemeinschaft forderte offen eine Legalisierung von Sex mit Kindern. Außerdem hatte die BAG SchwuP Einfluss auf die Meinungsbildung der Fraktion, nachdem sie 1984 dem Arbeitskreis "Recht und Gesellschaft" der Bundestagsfraktion zugeordnet worden war. Dass den damaligen Abgeordneten die Forderungen der BAG SchwuP entgangen sein könnte, gilt als ausgeschlossen, schließlich waren auf deren Rundbriefen, die unter anderem auch in die Parteizentrale geschickt worden waren, neben Fotos von leichtbekleideten Jungen auch zahlreiche Zeichnungen nackter Knaben. "Die Grünen waren bundespolitisch die einzige Hoffnung für Pädophile. Sie haben als einzige Partei selbst langfristig den Kopf hingehalten für sexuelle Minderheiten", erklärt Kurt Hartmann, ein ehemaliges Mitglied der BAG SchwuP. Die Grünen warben mit ihrer Forderung nach der Legalisierung von Sex mit Kindern sogar in einschlägigen Magazinen um Wähler.

"Die damals gefassten Beschlüsse waren nicht akzeptabel", erklärte nach Veröffentlichung der Studie die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter. "Bündnis 90/Die Grünen distanzieren sich in aller Entschlossenheit von diesen Forderungen. Wir bedauern, dass es in der frühen Parteigeschichte zu solchen Entscheidungen kommen konnte." Die Partei habe "viel zu spät auf die Debatte reagiert". Sie hätte den Prozess jedoch "gerne in Ruhe außerhalb des Wahlkampfs geführt", so Simone Peter.

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