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Ingmar Knop offenbart sich der „Zeit“

Ehemaliger NPD-Anwalt wollte mit Hilfe des Verfassungsschutzes aussteigen

Samstag, 06 Dezember 2014 02:51 geschrieben von  Johann W. Petersen
Bundesamt für Verfassungsschutz — BfV — Bundesamt für Verfassungsschutz — BfV — Quelle: de.wikipedia.org | Foto: HaTe | CC BY-SA 3.0

Magdeburg - Der prominente NPD-Aussteiger Ingmar Knop hat seine Abkehr von der rechten Szene gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit einem Schlüsselerlebnis aus seiner anwaltlichen Tätigkeit begründet. Er habe, so der langjährige Funktionär der DVU, der zeitweilig auch dem NPD-Parteivorstand angehörte, honorarfrei für die Initiative „art but fair“ der Mezzosopranistin Elisabeth Kulman gearbeitet, doch nachdem jemand seinen politischen Hintergrund gegoogelt habe, sei ihm das Mandat entzogen worden. „Da wurde mir bewusst, dass ich nicht das tun kann, was mir wirklich am Herzen liegt“, erklärte Knop gegenüber der „Zeit“.

Hinzu kam dann offenbar eine Lebenskrise: Eine teure Zahn-OP mit „horrenden Zuzahlungen“ habe seine Ersparnisse „aufgefressen“, zudem trennte sich seine Frau – laut Knop selbst aus einer „stramm rechten Familie“ stammend – von ihm. Er habe dann begonnen, Mandanten aus der rechten Szene abzulehnen, aber keine neuen gefunden. Knop meldete sich, wie vor einigen Jahren schon NPD-Aussteiger Andreas Molau, schließlich beim Aussteigerprogramm des Verfassungsschutzes, blitze dort aber ab. Man habe ihn dort für ein U-Boot der NPD gehalten, das sich anwerben lassen sollte, um das Verbotsverfahren gegen die Partei platzen zu lassen, vermutet Knop.

Mittlerweile plagen den Anwalt Existenzsorgen. Ohne Einnahmen sei über kurz oder lang seine Anwaltszulassung in Gefahr. Die „Zeit“ schreibt weiter über den Wandel des früheren NPD-Anwalts: „In den vergangenen Monaten hatte Knop viel Zeit zum Nachdenken. Irgendwann ging dem Romantiker auf, dass die Deutschen nie ein homogenes Volk waren, sondern immer von anderen beeinflusst. ‚Kulturelle Leistungen entspringen der Heterogenität‘, weiß er nun – und hat gleich ein Beispiel aus seiner geliebten klassischen Musik zur Hand: den Komponisten Heinrich Schütz, der im 17. Jahrhundert aus Italien die Renaissance nach Deutschland brachte. Knop hofft, dass er nach seinem Ausstieg wieder bei »art but fair« mitmachen darf. Er möchte wieder im Dessauer Lutherchor mitsingen. Er weiß, dass er sich seine jetzigen Probleme selbst eingebrockt hat.“ Ob die Gesellschaft den „reuigen Sünder“ wieder in ihre Mitte lassen wird, bleibt abzuwarten.

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