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Gegen „Sarmat“ ist kein Kraut gewachsen

Eine Antwort auf PGS: Russland stellt neue Interkontinentalrakete vor

Mittwoch, 04 Juni 2014 03:39 geschrieben von  Jens Hastreiter
Eine Antwort auf PGS: Russland stellt neue Interkontinentalrakete vor Quelle: ria.ru

Moskau - Das Wettrüsten zwischen den USA und Russland geht vor der Kulisse der anhaltenden Ukraine-Krise in eine neue Runde. Jetzt gab der stellvertretende russische Verteidigungsminister Juri Borissow die Entwicklung einer neuen Generation von Interkontinentalraketen bekannt, gegen die alle bekannten Raketenabwehrsysteme wirkungslos sein sollen.

Borissow erklärte im Rundfunksender „Russkaja sluschba nowostej“ (Russischer Nachrichtendienst), die neue Rakete sei die russische Antwort auf die amerikanische Rüstungsinitiative „Prompt Global Strike“ (PGS). Dabei handelt es sich um ein hochmodernes amerikanisches Waffensystem, das es erlauben soll, mit hyperschnellen Waffenträgern innerhalb einer Stunde nach Befehlserteilung jeden Punkt der Erde anzugreifen.

Die russische Antwort auf PGS heißt „Sarmat“. „Die Arbeiten an der schweren Rakete sind in vollem Gange. Es wird eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchgeführt, die mit der Verhinderung der Gefahr eines globalen Schlages durch die USA zusammenhängen“, sagte Borissow unter Anspielung auf im Aufbau begriffene Erstschlagskapazität des Pentagon. Er gehe davon aus, dass die russischen Atomstreitkräfte zum Abschluss des Beschaffungsprogramms „nicht zu 70 Prozent, sondern zu 100 Prozent“ mit der neuen Rakete ausgerüstet würden.

Die Entwicklung der neuen schweren ballistischen Interkontinentalrakete unter dem Codenamen „Sarmat“ soll zwischen 2018 und 2020 abgeschlossen sein.

An technischen Details der neuen Super-Rakete ist bislang so gut wie nichts bekannt. Vize-Verteidigungsminister Borissow verriet aber, dass die „Sarmat“ über eine erhebliche Reichweite verfüge, die es ermöglicht, auch über den Südpol anzugreifen. Dadurch würden die USA gezwungen, an einem aufwendigen Rundum-Raketenabwehrsystem zu arbeiten. Die große Reserve bei der Gefechtszuladung der „Sarmat“ werde es zudem ermöglichen, die Raketen nicht nur mit Gefechtsköpfen, sondern auch mit verschiedenen System zur Überwindung der gegnerischen Raketenabwehr zu bestücken.

Die USA verfügten derzeit nicht über ein gleichwertiges Waffensystem. Die „Sarmat“ sei in der Lage, praktisch alle gegnerischen Hindernisse und Raketensysteme zu überwinden. „Die Erneuerung der Raketenwaffen soll eine Antwort Russlands auf die US-Initiative ‚Prompt Global Strike’ sein.“ Auch die Auslieferung der hochmodernen Raketentypen „Jars“ und „Bulawa“ an die russischen Streitkräfte sei in vollem Gange.

Hohe russische Militärs und Politiker thematisieren die in Entwicklung begriffenen amerikanischen Erstschlagswaffen schon seit geraumer Zeit. So warnte Vizepremier Dmitri Rogosin im Juni 2013 davor, dass Russland die „Revolution“ bei der Entwicklung von Hochpräzisionswaffen verschlafen könnte. Rogosin hatte deshalb bereits letztes Jahr in der Staatsduma angekündigt, dass Russland eine Antwort auf das „Prompt Global Strike“ System der USA entwickle.

Technologische Voraussetzung des PGS-Projekts sind verschiedene High-Tech-Entwicklungen, über die konkret noch nicht allzu viel bekannt ist. Bekannt geworden ist mittlerweile das Projekt eines Hyperschall-Marschflugkörpers sowie die Entwicklung von Laserkanonen.

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Juni 2014 03:45
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