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Zeiterhebung

Eltern arbeiten 60 Stunden pro Woche

Donnerstag, 27 August 2015 20:58 geschrieben von  Susanne Hagel
Manuela Schwesig Manuela Schwesig Foto: Susie Knoll/SPD

Berlin - Das Statistische Bundesamt hat im Auftrag des Bundesfamilien- und des Bundesbildungsministeriums über mehrere Monate hinweg eine Zeiterhebung unter 11.000 Bundesbürgern durchgeführt, um herauszufinden, wie viel die Deutschen pro Woche entgeltlich und unentgeltlich arbeiten. Während Kinderlose im Schnitt 48 Stunden pro Woche im Beruf oder mit ihrem Haushalt verbringen, investieren Eltern mindestens 58 Stunden jede Woche.

Der Zeitaufwand ist den Angaben zufolge umso höher, je jünger die Kinder sind. Auch wirke sich ein Kind auf die Verteilung der Arbeit zwischen Mann und Frau aus: In der Regel sorgte der Nachwuchs dafür, dass die Frauen ihren Beruf von ursprünglich 24,3 Stunden auf durchschnittlich 17 Stunden reduzieren, während Männer ihre Arbeitszeit von dreißig auf 37 Stunden erhöhten. Jedoch weißt das Statistische Bundesamt darauf hin, dass die niedrigen Zahlen deshalb zustande kämen, weil die Befragung nicht nur unter Vollzeitarbeitenden, sondern auch bei Teilzeitkräften oder Arbeitslosen durchgeführt wurde.

Das berufliche Kürzertreten der Mutter erfolgt dabei nicht ganz freiwillig, ist sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sicher. „Faktisch fällt die Entscheidung oft nach dem Lohn“, weil Familien nun einmal das Geld im Auge haben müssten. Die Entscheidung wer kürzer tritt hat jedoch „massive Auswirkungen auf das weitere Berufsleben, das Einkommen und die Rente“. Umso wichtiger seien staatliche Förderinstrumente. „Die Familienarbeitszeit ist kein sozialromantischer Schnickschnack“, erklärte Schwesig.

Die Erhebung zeigt auch, dass sich etwa jeder dritte Vater und jede fünfte Mutter mehr Zeit mit ihren Kindern wünscht. Laut Statistik verbringen Kinder unter sechs Jahren heutzutage etwa eine Stunde und 22 Minuten täglich mit ihrem Vater und fast drei Stunden mit ihren Müttern.

Dafür verbringen die Deutschen heute im Schnitt etwas weniger Zeit damit, den Haushalt zu führen als noch vor elf Jahren. Die Statistiker vermuten, dass die Einsparung auf eine größere Verbreitung von Haushaltsgeräten wie Spülmaschinen zurückzuführen sein könnte. Im Schnitt verbringen Frauen rund vierzehn Stunden je Woche damit, in der Küche zu stehen, zu putzen oder die Wäsche zu erledigen – immerhin zwei Stunden weniger als noch vor elf Jahren bei der letzten Erhebung.

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