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Deutschland ist „Einbrecherparadies“

Erschütternde Zahlen in der Jahresstatistik der Polizei – es fehlt an Geld und Personal

Freitag, 06 Juni 2014 20:56 geschrieben von  Jens Hastreiter
Erschütternde Zahlen in der Jahresstatistik der Polizei – es fehlt an Geld und Personal Foto: pixabay.com

Berlin - Seit dem 4. Juni liegt die neue „Polizeiliche Kriminalstatistik“ für das Jahr 2013 vor. Sie liest sich nicht gerade wie eine Erfolgsbilanz der deutschen Verbrechensbekämpfer. Vor allem im Bereich der Wohnungseinbrüche explodieren die Deliktzahlen förmlich. Bundesweit stieg die Zahl der Einbruchsdelikte innerhalb eines Jahres kräftig um 3,7 Prozent auf 149.500 gemeldete Fälle; die Dunkelziffer dürfte noch sehr viel höher sein. Aber auch die offizielle Zahl stellt den höchsten Wert der vergangenen 15 Jahre dar.

Seit 2009 ist die Zahl der Einbruchdiebstähle um insgesamt gut 33 Prozent gestiegen. Inzwischen wird alle dreieinhalb Minuten in eine Wohnung oder ein Haus irgendwo in Deutschland aufgebrochen. Zu den neuen Trends gehört, daß die Einbrecher immer öfter tagsüber rücksichtslos zuschlagen. Schon knapp die Hälfte der Einbrüche, nämlich 64.754 Fälle, ereignen sich tagsüber, was ein Plus von 5,8 Prozent bedeutet.

Der finanzielle Schaden, den die Einbrecher verursachen, ist enorm. Die Hausratsversicherer haben im vorigen Jahr laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 480 Millionen Euro Schadenersatz gezahlt, das sind 20 Millionen Euro mehr als 2012. Der GDV beziffert die durchschnittliche Schadensumme auf 3300 Euro pro Einbruch.

Insgesamt weist die PKS 5,961 Millionen polizeilich erfasste Straftaten in der Bundesrepublik aus. Die Gesamtkriminalität liegt seit dem Jahr 2010 knapp unterhalb der Sechs-Millionen-Marke. Aber auch hier gilt: es handelt sich bei dieser enormen Zahl nur um einen Teil der verübten Straftaten. Viele Delikte werden nicht gemeldet oder entdeckt.

Der rasante Anstieg der Einbruchsdelikte ist auch darauf zurückzuführen, dass sich die Attraktivität der Bundesrepublik für Räuber und Diebe inzwischen weltweit herumspricht. Dabei ist die Korrelation zwischen erheblichen Ausländeranteilen an der Bevölkerung und der Entwicklung der Einbruckskriminalität signifikant. Am vergleichsweise sichersten ist es noch in Bayern und Thüringen, am unsichersten in den „multikulturell“ geprägten Stadtstaaten und im Westen. Den traurigen Spitzenplatz unter den Städten belegt Bonn mit 563,8 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner. Danach folgen Bremen mit 525,2 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner, Hamburg (399,2) und Berlin (342,7). Auf dem vierten Platz liegt das Flächenland Nordrhein-Westfalen (313 Einbrüche).

Die Täter bleiben meist unerkannt. Während die Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität 54,5 Prozent (plus 0,1 Prozent) beträgt, liegt sie bei Einbruchsdelikten nur bei 15,5 Prozent (minus 0,2 Prozent). Das ist der schlechteste Wert seit Mitte der 90er Jahre. Dabei ist Aufklärung nicht gleichbedeutend mit Inhaftierung und Bestrafung. Einbrecher können, vor allem wenn es sich um Tatverdächtige mit „Migrationshintergrund“ handelt, häufig auf milde Richter hoffen; einen Abschreckungseffekt gibt es nicht.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bezeichnet Deutschland inzwischen ganz offen als „Paradies für Einbrecher”. Auch beim BdK weiß man, dass ein Gutteil der Straftaten auf das Konto südosteuropäischer Banden gehen. „Das geschieht vermehrt tagsüber, zunehmend ohne Rücksicht auf die Bewohner. Wegen des extremen Wohlstandsgefälles in Europa wird die bandenmäßig organisierte Eigentumskriminalität in Deutschland noch weiter zunehmen”, prognostiziert BDK-Chef André Schulz. Denn der Polizei fehle fast überall kriminalistisch ausgebildetes Personal für eine „qualifizierte Tatort-, Ermittlungs- und Analysearbeit”.

Die niedrige Aufklärungsquote sei „völlig inakzeptabel”, was auch an Personaleinsparungen in den Einbruchskommissariaten liege. „Unsere Beamten können die Taten oft nur noch aufnehmen und dann als Alltagskriminalität verwalten”, so Schulz. Nötig sei eine langfristig angelegte, fachspezifisch und länderübergreifende Kriminalprävention. Schulz: „Der verschließt sich aber die Politik, weil das viel Geld kostet.”

Kritiker machen zudem geltend, dass die steil ansteigenden Einbruchszahlen auch eine unmittelbare Folge der im Zuge der „Schengen“-Reisefreiheit faktisch abgeschafften innereuropäischen Grenzen sind. Der regelmäßig wiederkehrenden Forderung, reguläre Grenzkontrollen an den deutschen Außengrenzen wieder einzuführen, widersetzen sich Politiker und Parteien allerdings hartnäckig.

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