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Asylantengewalt

Erste Festnahmen nach Gewaltexzess in Suhler Asylheim

Donnerstag, 01 Oktober 2015 05:49 geschrieben von  Susanne Hagel
In Suhl wurden nun die ersten Tatverdächtigen festgenommen. In Suhl wurden nun die ersten Tatverdächtigen festgenommen.

Suhl - Knapp sechs Wochen nach den schweren Krawallen in der Thüringer Asylantenunterkunft in Suhl wurden nun die ersten Tatverdächtigen festgenommen. Polizisten ergriffen insgesamt vierzehn Asylbewerber, die in Einrichtungen in Suhl, Erfurt und Obermehler (Unstrut-Hainich-Kreis) untergebracht waren. Der Tatvorwurf lautet schwerer Landfriedensbruch, versuchter Totschlag, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Insgesamt werde gegen etwa fünfzig Personen ermittelt. Sechzehn Haftbefehle sollen vollstreckt werden, erklärte ein Polizeisprecher. Wie die Polizei anhand der Auswertung von Videobändern und Fernsehbildern rekonstruieren konnte, sollen alle Asylanten an den Krawallen im August beteiligt gewesen sein. Damals eskalierte ein Streit zwischen einem christlichen und mehreren muslimischen Asylbewerbern, woraufhin diese große Teile der Unterkunft, die Diensträume des Wachpersonals sowie Autos zerstörten und mehrere Beamten mit Steinen und Eisenstangen angriffen. Erst nach Stunden gelang es den Einsatzkräften die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Insgesamt wurden siebzehn Personen verletzt – darunter sechs Polizisten.

Solche Gewaltexzesse seien „nicht hinnehmbar“, erklärte Dieter Lauinger (Grüne), der thüringische Integrations- und Justizminister. „Zu diesem Land gehört Religionsfreiheit. Und das bedeutet: auch wenn man sich gekränkt fühlt, kann man nicht jemand, der einen gekränkt hat, ans Leben gehen wollen.“ Seit den Krawallen in Suhl bemüht sich Thüringen, die ihm zugewiesenen Asylanten nach Regionen zu trennen. Eine Trennung nach Religion an sich finde aber nicht statt.

Eine solche Aufteilung nach Religion sei nicht sinnvoll, erklärte auch der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD). „Eine Trennung nach Religionen oder gar Ethnien ist bei dem derzeitigen Ansturm kaum praktikabel. Dort, wo möglich, wird sehr genau darauf geachtet, dass keine konfliktträchtigen Potenziale entstehen.“ „Das Hauptproblem ist nicht die Ethnie oder die Religion, sondern die Zustände und die beengten Wohnmöglichkeiten“, erklärte Achim Post, der SPD-Bundestagsabgeordneter.

Immer wieder war es in den letzten Wochen zu schweren Auseinandersetzungen unter Asylanten mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit gekommen. Neben dem Vorfall in Suhl im August, war es bereits Ende Juli in Trier zu einer Schlägerei mit Dutzenden Asylanten gekommen und erst am vergangenen Wochenende wurden in Kassel-Calden vierzehn Asylbewerber verletzt, weil sie sich an einer Massenschlägerei beteiligten.

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