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Priska Hinz kämpft gegen Windmühlen

Es ist uns verboten, Genmais zu verbieten

Freitag, 25 Juli 2014 14:48 geschrieben von  Torsten Müller
Priska Hinz Priska Hinz © Lorenz Pietzsch - Quelle: umweltministerium.hessen.de

Limburg - Dem Kreistag Limburg-Weilburg in Hessen wurde nun aufgezeigt, wie viel die hiesige Politik hierzulande noch zu sagen hat. Vor dem Hintergrund der EU-Zulassung der Genmaissorte 1507, bei der sich Deutschland in verantwortungsloser Art und Weise der Stimme enthielt, hat der Kreistag eine Resolution verabschiedet, mit der sich gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut ausgesprochen wurde. Diese Resolution wurde der hessischen Landesregierung mit auf den Weg gegeben.

Doch Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) stellte in ihrem Antwortschreiben unmissverständlich klar, wer hierzulande Politik macht: „Nach aktueller Rechtslage kann eine EU-weit gültige Anbauzulassung, wie sie für die gentechnisch veränderte Maissorte 1507 wohl unmittelbar bevorsteht, nicht von einem einzelnen Mitgliedsstaat oder dessen Ländern verhindert werden."

Die EU-Mitgliedsstaaten haben also keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel, Futtermittel oder Saatgut in die Nahrungskette der Menschen gelangt.

Bis zum heutigen Tage ist nicht kalkulierbar, welche ökologischen und gesundheitlichen Konsequenzen die Anwendung gentechnischer Verfahren für die Natur, für Nutztiere oder für den Menschen mit sich bringt. Es existieren aber Studien, die davor warnen, dass die Verfütterung von gentechnisch veränderten Futtermitteln sich negativ auf die Fruchtbarkeit von Milchkühen auswirken kann. Auch wurde in den USA bereits davon berichtet, dass Milchkühen nach mehrmonatiger Verfütterung von Genmais der Euter aufbrach und die Tiere qualvoll verendeten. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Folgen dies für den menschlichen Körper mit sich bringen kann.

Auch ist in der medialen Berichterstattung bisher ausgeklammert worden, welche wirtschaftlichen Konsequenzen die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut zur Folge haben würde. Kleine Bauern und Landwirte würden in die Abhängigkeit großer Agrar- und Gentechnikkonzerne getrieben, die sich die Patente auf das gentechnisch veränderte Saatgut längst gesichert haben.

Deutschland macht einen großen Fehler, in diesem existenziell wichtigen Bereich – Verbraucherschutz, Gesundheit und ökonomische Unabhängigkeit sind betroffen – auf nationale Souveränität und Handlungsfähigkeit zu verzichten.

Der Großteil der Deutschen lehnt sowohl die Einfuhr als auch den Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel ab. Auch ist es 79 Prozent der Bürger wichtig, dass Nutztiere nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts ergab.

Dieser überwiegenden Ablehnung von genmanipulierten Lebens- und Futtermitteln sollte die Politik entsprechen anstatt sich von Brüssel diktieren zu lassen, was hierzulande auf den Tisch kommt.

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