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Die Blaue Narzisse

Europa in Auflösung? Ein Gespräch mit Georg Immanuel Nagel

Sonntag, 24 Januar 2016 01:25 geschrieben von 

WienGeorg Immanuel Nagel, 1986, aus Wien, studiert Philosophie (MA) und ist regelmäßiger Autor bei der Blauen Narzisse, Zur Zeit und Der Eckart. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer von „OKZIDENT“, einem  „Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit“.

DERFFLINGER: Herr Nagel, Gerade ist bei der Blauen Narzisse Ihr Buch mit dem Titel "Die Auflösung. Wie Ideologien der Zersetzung Europa vernichten“ erschienen. Was gab den Anstoß, es zu schreiben?

Nagel: Ich wollte mein Denken, dass sich bis jetzt in hunderte Artikel ergoss, ordnen und in einem kompakten Werk zusammenfassen, die wichtigsten geistigen Stränge meiner politischen Philosophie bündeln. Mein Buch ist eine Kampfschrift gegen den Ungeist der Zeit, ein Aufschrei gegen den in der Luft liegenden allgemeinen Zerfall. 

DERFFLINGER: Es geht unter anderem auch um die Abstammung. Können Ethnie und Abstammung in einer „globalisierten Welt“, wie allenthalben wie selbstverständlich hervorgehoben wird, noch Kategorien des räumlichen oder wie auch immer gearteten Zusammenlebens sein? Ist das abstammungsgemäße Volk ein „Modell" aus der Vergangenheit oder eine zeitlose und natürliche Grundlage?

Nagel: Die Mär von einer angeblichen „Globalisierung“, welche ein natürlicher Vorgang sei, gegen den man nicht ankämpfen könne, ist nichts als Propaganda. Diese Entwicklungen werden von internationalistischen Kreisen künstlich herbeigeführt und von links-liberalistischen Ideologen des menschheitsbeflissenen Mondialismus weiter gefördert. Der Mensch kommt nur als angehöriger eines bestimmten Volkes vor, aus dem er hervorgeht. Ob es sich dabei um einen kleinen Stamm oder eine große Nation handelt ist unerheblich. Jede höhere Kultur besteht aus der Leistung von unzähligen Generationen, erwächst aus Jahrtausenden der schöpferischen Kraft eines bestimmten Menschenschlages. Wer wir sind ist überwiegend durch die Geschichte und die unauslöschliche innere, seelisch-geistige Verfasstheit bestimmt und kann nicht so einfach ungemodelt werden. Die sogenannte „multikulturelle Gesellschaft“ war eine bloße Idee von postmarxistischen Fantasten, die keinerlei Entsprechung in der Wirklichkeit findet. Eine solche Gesellschaft befindet sich ständig im latenten Bürgerkrieg. „Multikulturell“ zu sein bedeutet sich widerstandslos verdrängen zu lassen, auszusterben. Bei den zugewanderten Völkern gibt es hingegen meist eine sehr klare eigene Identität, die abgegrenzt und verteidigt wird. 

DERFFLINGER: Die sogenannte „Islamisierung“ wird in Europa nach wie vor verniedlicht oder geleugnet. Es ist vielfach von Religionsfreiheit die Rede. Warum greift die Religionsfreiheit im Falle des Islam Ihrer Meinung nach nicht und warum ist die Islamisierung eine Gefahr für Europa?

Nagel: Es gibt in der BRD und den meisten anderen europäischen Ländern weder eine „Religionsfreiheit“, so wie es populär dargestellt wird, so wenig wie es eine echte „Meinungsfreiheit“ gibt. Gerade in der BRD und in Österreich ist die freie Rede durch Meinungsgesetze stark eingeschränkt. Die Religionsfreiheit wird üblicherweise so verstanden, dass alles, das man als Glaubensinhalt proklamiert, andere rechtliche und gesellschaftliche Regeln automatisch aushebelt und vom Staat verteidigt und gefördert werden muss. Dies ist nicht der Fall. Es gibt lediglich eine bloße „Bekenntnisfreiheit“ und damit kein Recht auf Verwirklichung und Gleichstellung aller religiöser Vorstellungen innerhalb des Gemeinwesens. Zahlreiche zentrale Glaubensinhalte und Gebräuche des Islams kollidieren in ihrer orthodoxen Form mit dem europäischen Rechtsstaat. Ich möchte hierzu auf das Standardwerk von Karl Albrecht Schachtschneider, „Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam“ verweisen. Mir greift auch die bloße liberale Islamkritik zu kurz, denn an sich wäre der Islam kein Problem, wenn die Mohammedaner zu Hause bleiben würden. Der Islam kommt zu uns vor allem durch eine Beispiellose Masseneinwanderung, welche vor allem anderen gestoppt und rückgängig gemacht werden muss. Damit wäre dann auch das Islamproblem gelöst.
 (Man könnte hier auf meinen diesbezüglichen Artikel „Was ist Islamisierung?“ verweisen: http://www.blauenarzisse.de/index.php/anstoss/item/4784-was-ist-islamisierung)

DERFFLINGER: Kommen wir kurz zum Titel des Buches zurück. Was unterscheidet die natürlich Genese in der Historie von Völkern, Kulturen und Staaten von dem was Sie als „Auflösung“ beschreiben?

Nagel: Die europäischen Staaten sind das Ergebnis von organisch gewachsenen Völkern, Herrscherdynastien und Nationalbewegungen. Es gibt hier – bei allen massiven Wandlungen - eine ethnokulturelle Kontinuität von der Antike bis zur Moderne. Bei den meisten innereuropäischen kriegerischen Konflikten ging es meist und den Wechsel der Herrschaft, um Macht und Geopolitik, selten um Ideologie. Bis zur 68er Bewegungen wäre niemand auf die Idee gekommen, den massenhaften Zuzug von Nicht-Europäern zuzulassen. Auch das angebliche Vorzeige-„Einwanderungsland“ USA hatte bis dahin Gesetze, welche nur Weiße zur Einwanderung berechtigte und hierbei sogar regelte, in welchen Verhältnissen sie aus welchen europäischen Nationen kommen durften, um die ursprüngliche Bevölkerung der USA nicht zu ändern. Erst die von der Frankfurter Schule betriebene „Dekonstruktion“ von allem und jedem, sowie die Verteufelung des gesunden Selbsterhaltungswillens als „Rassismus“, bereitete, zusammen mit der Niederreißung aller Werte und der Durchsetzung des Konsumismus als Lebensinhalt, den Weg für die gegenwärtige historisch beispiellose Selbstaufgabe der Europäer, zugunsten der Landnahme durch, von der politischen Klasse auch noch erklärtermaßen angelockte, Siedler aus der Dritten Welt.

DERFFLINGER: Wird die Auflösung systematisch betrieben? Wenn ja, von wem und warum?

Nagel: Der große ideologische Bruch in der abendländischen Geistesgeschichte ist die Französische Revolution von 1789. Seit dem breitete sich das Gift des Liberalismus und die damit verbundene absurde Anthropologie, die Vorstellung eines von allen Bindungen gelösten Menschen an sich, der über sogenannte individuelle Menschenrechte verfüge und sich beliebig Formen ließe, in alle Lebensbereiche aus. Freilich gibt es gewisse internationalistische, ortlose Kreise, die man als besondere Förderer dieser Entwicklung ansehen kann. Heute tritt der Liberalismus vor allem in seiner Reinform, im bloßen wirtschaftlichen Liberalismus auf, der sich keinem bodenständigen Volkstum mehr verpflichtet fühlt und die ganze Welt als einen einzigen Markt betrachtet und vereinheitlichen will. Dieser Geist der Zersetzung wirkt jedoch in Wahrheit nur innerhalb der weißen Welt und geht noch viel weiter als die bloße Bejubelung von kulturfremder Zuwanderung. Die 68er wollten erklärtermaßen die traditionelle Familie zerstören, was sie großteils auch geschafft haben. Mann und Frau sollten entzweit, nun durch die wahnhafte Gender-Ideologie gleich ganz abgeschafft werden. Die dadurch entstehende Kinderarmut trägt natürlich allen voran zu unserem Aussterben bei. Die Auflösung von allem was Bindung und Identität verschafft, von jeder Verortung und Verwurzelung, ist das Programm der Moderne. 

DERFFLINGER: Wir möchten natürlich, dass Ihr Buch gekauft und dem Lesespaß nicht vorgegriffen wird. Dennoch bitte ganz kurz: Wie sehen Ihre konkreten Lösungsansätze aus? Wie ist diese Auflösung zu stoppen?

Nagel: Durch jahrzehntelange Umerziehung ist die breite Masse, meist ohne es zu wissen, selbst zum Träger des Prinzips der Auflösung geworden. Wir müssen also erst einmal bei uns selbst anfangen. Mittlerweile rumort es im Volk, doch der Unmut über die Lage, führt oft zu falschen Problemerkennungen. Wir müssen die herrschende Ideologie komplett in die Tonne treten und einem völlig neuen Denken Bahn brechen. Dazu muss jeder bereit sein selbst Opfer zu bringen und sich nach Kräften aus dem System der Zersetzung herauszunehmen. Die linke Hegemonie im öffentlichen Diskurs muss durch eine Erhebung der Massen gebrochen werden und eine Umwertung aller Werte einleiten.

DERFFLINGER: Herr Nagel, viele Dank für das Gespräch!

Nagel: Sehr gerne, ich danke auch. 

Letzte Änderung am Dienstag, 26 Januar 2016 11:10
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