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Sozialsenator Mario Czaja unter Druck

Flüchtlingszahl in Berlin explodiert

Donnerstag, 07 August 2014 10:31 geschrieben von  Susanne Hagel
Mario Czaja Mario Czaja Bild: Thorsten Kühne / Quelle: wikimedia.org

Berlin - Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja (CDU) stellte gestern die aktuellen Zahlen vor: 1047 neue Flüchtlinge hat allein Berlin im Monat Juli aufgenommen - die höchste Zunahme in einem Monat seit 15 Jahren. Außerdem sind rund 900 weitere Flüchtlinge zunächst in Berlin angekommen, die dann weiter auf andere Länder verteilt worden sind.

Czaja rechnet mit mindestens 10.000 hinzukommenden Asylantragstellern allein für Berlin im gesamten Jahr, nachdem in den ersten sieben Monaten bereits 5000 Flüchtlinge nach Berlin gekommen seien.

Insgesamt verzeichnet das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) einen Anstieg von 72 Prozent der in Berlin aufgenommenen Asylbewerber im Vergleich zum Jahr 2013 auf nunmehr 6039 Personen, wie dessen Präsident Franz Allert vermeldet. Dafür seien im letzten Jahr 2800 zusätzliche Plätze in Gemeinschaftsunterkünften geschaffen worden, knapp 800 Flüchtlinge seien in Wohnungen untergebracht. In diesem Jahr seien noch einmal 2000 neue Wohnplätze geschaffen worden, weitere 700 bis 800 sollen bis Jahresende hinzukommen. Geplant seien diese an der Rennbahnstraße in Weißensee sowie in Lichtenberg und Mitte. Erst vor wenigen Tagen wurde die 41. Lageso-Unterkunft mit mehr als 200 Plätzen an der Goerzallee in Steglitz-Zehlendorf eröffnet. Derzeit sind alle 9712 Plätze in Berliner Flüchtlingsunterkünften komplett belegt, 684 Menschen wurden zusätzlich in Hostels, weitere 8500 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. Die Verteilung der Unterbringung reicht von vier Prozent in Neukölln bis zu 14,6 Prozent in Spandau.

Zukünftig plant die Stadt Berlin Unterkünfte zu schaffen, die sowohl für Asylsuchende und Obdachlose als auch für Studenten gedacht sind. So plane das Amt an der Conrad-Blenkle-Straße in Prenzlauer Berg ein Heim mit je 200 bis 250 Plätzen für Studenten und Flüchtlinge, erklärt Präsident Allert. Weitere solcher Unterkünfte seien in Tempelhof-Schöneberg und Zehlendorf frühestens für kommendes Jahr im Gespräch.

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