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FDP-Ikone Hermann Otto Solms bemerkt bei Focus-online:

"Flüssigerdgas und Fracking senken Energiepreise!"

Montag, 20 Oktober 2014 03:58 geschrieben von 
FDP Präsidiumsmitglied Hermann Otto Solms FDP Präsidiumsmitglied Hermann Otto Solms Quelle: FDP

Berlin - Das FDP-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Otto Solms schrieb für „Focus Online“ folgenden interessanten Gastbeitrag:

"Die hohen Energiepreise werden immer mehr ein Risiko für den Standort Deutschland. Sie gehören zu den höchsten in der Welt. Sie belasten das mittelständische verarbeitende Gewerbe, insbesondere die Industrie. Das ist vor allem für die im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen ein gravierender Nachteil.

Ganz wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sind bezahlbare Strompreise. Das gilt für die Bürger genauso wie für die Industrie. Deswegen ist das wirtschaftspolitisch dringendste Anliegen, die Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen zu reduzieren. Damit kann der Standort wettbewerbsfähig bleiben. Damit können aber auch Investitionen gestärkt und die Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert werden.

Die USA konnten ihre Energiekosten z.B. durch Fracking senken.

Auch für uns in Deutschland ist die Gewinnung von Schiefergas eine Chance. Wir haben umfangreiche Erdgasreserven, die im Schiefergestein gebunden sind. Experten schätzen das Vorkommen auf bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter und gehen davon aus, dass rund 35 Prozent des Erdgas-Verbrauchs in Deutschland gedeckt werden könnten. Diese wirtschaftlichen Chancen durch Fracking sollten wir nutzen.

Gleichzeitig müssen wir in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland Umweltrisiken ausschließen. Beim Schutz der Umwelt und der Gesundheit darf es keine Kompromisse geben. Gefahren für die Trinkwasserversorgung darf es nicht geben. Wir wollen höchste Umweltstandards.

Wir müssen uns die Option Fracking offen halten. Wir müssen die eigenen Ressourcen mehr nutzen. Wir dürfen neue Techniken nicht verteufeln. Fracking ist eine Bergbaumethode, für die wir einen sachgerechten und verantwortungsbewussten Rechtsrahmen finden müssen. Und wir dürfen nicht vergessen: Seit Jahrzehnten kommen ähnliche Technologien bereits in Niedersachsen, im Saarland oder im Ruhrgebiet zum Einsatz. Fracking gibt es schon seit 50 Jahren in Deutschland, ohne dass Probleme bekannt geworden wären.

Daher sollte ein erster Prototyp zur Erprobung der Gewinnung von Schiefergas in Deutschland noch in diesem Jahr zugelassen werden. Und wir brauchen wissenschaftlich begleitete Probebohrungen.

Damit können wir auch die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit, sich unabhängiger von russischen Erdgaslieferungen zu machen, ist das seit langem geplante Terminal für Flüssigerdgas in Wilhelmshaven.  Die Pläne dafür und den notwendigen Pipeline-Anschluss sind fertig, das Gelände steht bereit und fast alle Genehmigungen liegen vor. Das könnte zu einer preisgünstigeren Gasversorgung führen. Die Bundesregierung darf sich nicht länger sperren und muss für eine solche Infrastrukturmaßnahme die Initiative ergreifen.

Die Bundesregierung ist gefordert, schnellstmöglich alle Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die die Energiepreise senken und uns unabhängiger von russischen Erdgaslieferungen machen. Doch außer widersprüchliche Aussagen hört man dazu nichts. Es wird höchste Zeit, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ansonsten führen die hohen Energiepreise zu einer Verlagerung von Betriebsstätten und Arbeitsplätzen ins preiswertere Ausland."

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