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Front National weiter auf Erfolgskurs

FN-Kandidatin erzielt die meisten Stimmen bei Nachwahl für Parlamentssitz

Montag, 02 Februar 2015 17:09 geschrieben von 
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Metz - Der französische Front National ist weiter auf Erfolgskurs: Bei einer Nachwahl für einen Sitz im französischen Parlament erzielte die Kandidatin der nationalen Partei die meisten Stimmen. Weil ihr die absolute Mehrheit fehlt, muss sie sich einer Stichwahl stellen.

Da der sozialistische Abgeordnete Pierre Moscovici aus dem ostfranzösischen Wahlkreis Doubs, der bisher unter Francois Hollande als Wirtschaftsminister agierte, nun als neuer EU-Wirtschafts- und Währungskommissar in die EU-Kommission nach Brüssel wechselt, musste er sein Mandat im französischen Parlament aufgeben. Es kam zur Nachwahl, bei der die FN-Politikerin Sophie Montel über 33 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte und damit als Siegerin der Wahl hervorgeht.

Am kommenden Sonntag muss diese sich nun dem Zweitplatzierten Sozialisten Frédéric Barbier, der rund 29 Prozent der Wählerstimmen erhielt, stellen. Dieser hofft bei der Stichwahl auch auf die 26 Prozent der Stimmen, die der Drittplatzierte UMP-Politiker Charles Demouge erzielte, um einen Wahlsieg der rechten Politikerin und ihren Einzug in die französische Nationalversammlung zu verhindern.

Schon jetzt werten Beobachter den Ausgang der Wahl als ein wichtiges Stimmungsbarometer und als Gradmesser für die Stärke des nationalen FN im Lande. Erst kürzlich ergab eine Umfrage unter der französischen Bevölkerung, dass aktuell dreißig Prozent der Franzosen bei einer Präsidentenwahl die Chefin des FN, Marine Le Pen, wählen würden. Montel hatte im Wahlkampf unter anderem vor einer „islamistischen Gefahr“ gewarnt. Nach den Anschlägen auf das Pariser Satiremagazin erhöhte sich der Zulauf des FN.

„Das ist die große Neuigkeit“, sagte Christophe Borgel, Organisator des Wahlkampfes der Sozialisten. „Es gibt eine riesige Verfestigung der Wählerschaft des Front National, das sich mobilisieren lässt, ob es regnet oder schneit.“

Die Wahl ist nicht zuletzt deshalb spannend, weil hierbei genau das Mandat auf dem Spiel steht, welches den Sozialisten die absolute Mehrheit im Parlament sichert. Eine Niederlage des sozialistischen Kandidaten bei der Stichwahl am kommenden Sonntag werten Kritiker des FN deshalb als ein dramatisches Signal für die derzeitige Regierung. Zumal in nächster Zeit weitere lokale und regionale Wahlen im Land anstehen.

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