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FDP sackt auf 2 Prozent Wählerzustimmung ab

Forsa sieht AfD bei 10 Prozent

Mittwoch, 24 September 2014 14:49 geschrieben von  Johann W. Petersen
Forsa sieht AfD bei 10 Prozent Quelle: Forsa

Magdeburg - Die Alternative für Deutschland (AfD) kann nach den Wahlerfolgen im Osten der Republik laut den aktuellen Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa erneut zulegen und käme nun auch bundesweit wohl auf ein zweistelliges Ergebnis.

Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Wahltrend von RTL und dem „Stern“ hervorgeht, käme die eurokritische Partei auf 10 Prozent, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Das ist ein sattes Plus von drei Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD sackt der Wahltrend-Umfrage von Forsa zufolge um zwei Punkte auf 22 Prozent ab, CDU und CSU legen einen Punkt auf 42 Prozent zu. Die Linken stagnieren bei neun Prozent, die Grünen verlieren einen Punkt und kämen auf 8 Prozent. Für die FDP geht es weiter bergab: Die Partei bekäme derzeit laut Forsa nur noch zwei Prozent der Stimmen – und damit nochmal einen Prozentpunkt weniger als zuletzt. Die Fünf-Prozent-Hürde erscheint für die Liberalen damit auch auf Bundesebene schier unerreichbar.

Laut Forsa-Chef Manfred Güllner liegt der Anstieg der AfD in einem „Mitläufereffekt“ begründet, der für Parteien nach Wahlerfolgen oft zu beobachten sei. Außerdem wanderten zunehmend Rechtsaußen-Wähler zu der neuen Partei. Güllner sieht in der AfD denn auch eine rechtspopulistische Partei, die „das gesamte rechtsextreme Wählerpotenzial aus den anderen Parteien“ abziehe.

Eine im Frühjahr an der Universität Leipzig veröffentlichte Studie mit dem Titel „Die stabilisierte Mitte – Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2014“ scheint die These des Forsa-Chefs zu stützen. Demnach würden sich 6,3 Prozent der Wahlberechtigten mit einem „geschlossenen rechtsextremen Weltbild“ für die AfD entscheiden. Das ist der gleiche Wert, den die Studie auch für rechte Parteien feststellte. Die Leipziger Forscher kamen weiterhin zu dem Schuss, dass fast jeder zweite AfD-Wähler „ausländerfeindlich“ eingestellt sei.

Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ erklärte Güllner am Dienstag: „Die AfD stammt aus dem latent vorhandenen Milieu von Leuten mit rechtsradikalen Einstellungen.“ Aus diesem Milieu neigten die unteren, bildungsfernen Schichten eher der NPD zu, die mittleren Schichten der AfD. Die Union könne diese Wählergruppen nicht mehr binden. Dass die CDU bundesweit unangefochten stärkste Partei sei, liege weniger an der Stärke der Partei als vielmehr an der Popularität der Bundeskanzlerin. „Vergleicht man die Ergebnisse von Bundestags- und Landtagswahlen, wird deutlich, dass die CDU ihrer Anhänger nur noch in großem Umfang mobilisieren kann, wenn Angela Merkel antritt“, so Güllner.

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