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Volksaufstand der DDR

Frank Henkel will 17. Juni zu bundesweiten Feiertag erklären

Freitag, 19 Juni 2015 03:28 geschrieben von  Dirk Schneider
Frank Henkel - Senator für Inneres und Sport Frank Henkel - Senator für Inneres und Sport Bild: SenInnSport / Quelle: berlin.de

Berlin - Am gestrigen Mittwoch jährte sich der DDR-Volksaufstand zum 62. Mal. Damals gingen über eine Million Menschen der Volksrepublik gegen das SED-Regime auf die Straße. Der Aufstand wurde von der Roten Armee niedergeschlagen und endete für 55 Menschen tödlich. Anlässlich der Gedenkveranstaltung wurde erneut die Forderung laut, den 17. Juni zu einem Feiertag zu ernennen.

Unzählige Menschen legten Blumen am 2013 geschaffenen Mahnmal auf dem Platz des Volksaufstands in Berlin nieder. Auf dem Friedhof in der Berliner Seestraße, wo acht der 55 Todesopfer beigesetzt sind, legten Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) Kränze für die Opfer nieder.

Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) forderte, den 17. Juni deutschlandweit zum Gedenk- und Feiertag zu ernennen. Der Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 sei der Grundstein für die friedliche Revolution im Herbst 1989 gewesen, so Henkel. Dieses Wissen müsse auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden.

Auch Roland Jahn fordert seit Jahren die Ernennung zum Feiertag. Der Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen erklärte, es sei „wichtig, an die zu erinnern, die damals den Kopf hingehalten haben für die Ideale, die die Grundlagen unserer Gesellschaft sind: Freiheit und Selbstbestimmung.“ Zwar seien die Proteste 1953 militärisch niedergeschlagen worden, die Forderungen des 17, Juni – Freiheit und Einheit – sind dennoch erfolgreich umgesetzt worden: in der Friedlichen Revolution 1989. „Die Botschaft an die nächste Generation ist, dass sich der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung auf Dauer nicht unterdrücken lässt“, betonte Jahn.

In der Bundesrepublik war der 17. Juni in den Jahren 1954 bis 1990 bereits ein gesetzlicher Feiertag, wurde aber im Zuge der Wiedervereinigung vom 3. Oktober abgelöst. „Ich habe es nie verstanden, dass der 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit erklärt und der 17. Juni als Feiertag abgeschafft wurde. Ich glaube, es ist das falsche Zeichen. Am 3. Oktober trat ein Vertrag in Kraft, aber am 17. Juni ist das Volk aufgestanden und trat für die Deutsche Einheit ein“, kritisiert Jahn.

Auch Nahles erinnerte gestern an den 17. Juni 1953 als einen Tag deutscher Freiheitsgeschichte, auf den die Bürger stolz sein können. Der Aufstand mahne uns zudem, sich überall auf der Welt gegen Unterdrückung und Gewalt einzusetzen. Bis zum Schluss habe die Führung der DDR versucht, die Erinnerung an den Volksaufstand zu ersticken. Dieser Tag müsse in Erinnerung bleiben, so die SPD-Politikerin.

Müller erklärte, der Aufstand sei der Anfang der europäischen Freiheitsbewegung gegen die Sowjetunion gewesen. Um in Selbstbestimmung und Freiheit leben zu können, waren die Demonstranten bereit auch ihr Leben zu opfern.

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