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Gerda Hasselfeldt möchte Wirtschaft nicht noch mehr belasten

Frauenquote spaltet Regierungsparteien

Mittwoch, 15 Oktober 2014 18:50 geschrieben von  Torsten Müller
Gerda Hasselfeldt Gerda Hasselfeldt Bildquelle: Henning Schacht - berlinpressphoto

Berlin - Die eingetrübten Wirtschaftsprognosen der letzten Wochen scheinen die Union mehr und mehr zum Nachdenken anzuregen. So hat die Landesgruppenchefin der CSU, Gerda Hasselfeldt darauf hingewiesen, dass alles auf den Prüfstand müsse, was der Wirtschaft weiteren Schaden zufügen könne. Man müsse überlegen, „ob wir alles, was im Koalitionsvertrag noch vereinbart ist, wirklich so ganz schnell umsetzen“. Sie wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass man den Plan zur Umsetzung der Frauenquote in Aufsichtsräten möglicherweise ruhen lassen müsse. Die Regierungskoalition zwischen CDU und SPD hat miteinander vereinbart, dass spätestens ab dem Jahr 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte von börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen vorgeschrieben wird. Unternehmen, die diese für Frauen vorgesehenen Plätze nicht besetzt bekommen, müssen die Plätze vakant lassen.

Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Union im Bundestag, Michael Grosse-Brömer sagte dazu: „Wir haben konkrete Vorstellungen, was sein sollte und was nicht sein sollte. Nicht sein sollte eine weitere Belastung der Wirtschaft durch die Frauenquote“.

In der CDU werden Stimmen laut, die die Quote nun nur noch umgesetzt wissen wollen, wenn deren Umsetzung „mit einem wirtschaftspolitischen Entlastungsprogramm“ einhergehe.

Prompten Widerspruch hagelte es seitens der SPD. Laut Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sei die Frauenquote keine Belastung der Wirtschaft. Deutschland sei international „ das Schlusslicht beim Frauenanteil in Führungspositionen“. Das dürfe „nicht so bleiben“. Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), die mit Maas gemeinsam für die Umsetzung der Frauenquote zuständig ist, gab sich empört: „Es ist eine Unverschämtheit, wenn Frauen in Führungspositionen als Belastung für die Wirtschaft dargestellt werden.“ Weiter fügte sie hinzu: „Studien zeigen: Gemischte Teams sind effektiver und die Unternehmen, die Wert auf Diversity legen, erfolgreicher. Ganz klar: Von mehr Frauen in Führungspositionen profitiert auch die Wirtschaft.“

Die Diskussion um die Frauenquote wird in Deutschland sehr ideologisiert geführt, weshalb sachliche Argumente oft fehlen. Wer die Frauenquote aus sachlichen Gründen ablehnt, gilt da schnell als Frauenfeind und macht sich politisch unmöglich. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass eine aktuelle Umfrage unter Studenten ergab, dass nur 26 Prozent aller Studenten und 33 Prozent der weiblichen Studenten eine Frauenquote befürworten. Also nicht mal diejenigen, die davon angeblich profitieren sollen, können etwas mit der verpflichtenden Frauenquote anfangen.

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