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AfD im Brandenburg-Wahlkampf

Gauland will ehemalige Mitglieder rechter Parteien nicht generell ausgrenzen

Freitag, 12 September 2014 00:12 geschrieben von  Johann W. Petersen
AfD-Politiker Alexander Gauland AfD-Politiker Alexander Gauland Quelle: AfD

Potsdam - Der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) zur Landtagswahl in Brandenburg, Alexander Gauland, hat für einen unverkrampfteren Umgang seiner Partei mit früheren Mitgliedern rechter Parteien ausgesprochen. Er könne niemandem die AfD-Mitgliedschaft verweigern, „nur weil er für kurze Zeit Mitglied in einer rechten Partei war“, so Gauland, der auch stellvertretender AfD-Bundesvorsitzender ist, in einem Interview mit „Handelsblatt online“. Schließlich bestehe auch die Linkspartei „zu einem großen Teil aus Menschen, die sich einmal auf einem politischen Irrweg befanden“.

Gleichzeitig distanzierte sich Gauland von der NPD: „Die NPD ist eine Partei, die geistig über Adolf Hitler nicht hinausgekommen ist. Damit erübrigt sich jede Diskussion.“ Dennoch könne es durchaus sein, auch ein NPD-Mann mal eine vernünftige Äußerung von sich gebe. „Und es kann nicht sein, dass ich Positionen nur nicht vertrete, weil auch jemand von der NPD sie vertritt“, so Gauland. Dies würde bedeuten, dass man der NPD die Deutungshoheit überlasse. „Dazu bin ich nicht bereit“, erklärte der brandenburgische Spitzenkandidat.

Mit seinem Vorstoß dürfte Gauland bei Parteichef Bernd Lucke nicht gerade offene Türen einrennen. Beide AfD-Politiker vertreten auch außenpolitisch unterschiedliche Ansichten, vor allem, was die Frage von Russland-Sanktionen betrifft. Der Brandenburger Spitzenkandidat, von 1987 bis 1991 Leiter der Hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) und später Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“, ist ein Gegner der Sanktionspolitik des Westens und setzt sich für ein partnerschaftliches Verhältnis zu Russland ein.

Zuletzt übte Gauland deutliche Kritik am Abstimmungsverhalten von Parteichef Bernd Lucke und drei anderen AfD-Abgeordneten bei der Verabschiedung einer Ukraine-Resolution im Europäischen Parlament, die unter anderem die Vorbereitung von weiteren Sanktionen gegen Russland befürwortet. Vier AfD-Abgeordnete hatten der Resolution zugestimmt. Gauland sah dies als „völlig falsch“ und „ sehr unloyal gegenüber der Parteibasis“ an und verwies auf die auf dem AfD-Bundesparteitag Ende März beschlossene Resolution der AfD zur Ukraine-Krise verwiesen.

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