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Öko-Voyeure

Grüne interessieren sich für Sex im Altersheim

Mittwoch, 29 Oktober 2014 20:45 geschrieben von  Johann W. Petersen
Grüne interessieren sich für Sex im Altersheim Quelle: Bündnis 90/Die Grünen Nürnberg

Berlin - Die Grünen kümmern sich gerne um exotische, oftmals sexuell konnotierte Themen im Randbereich. In Berlin sorgten sie für Unisex-Toiletten, mit denen Transgender-Zeitgenossen nicht mehr vor die schwierige Entscheidung gestellt werden, ob sie auf die Herren- oder die Damentoilette gehen, in Sachsen gab es eine Anfrage im Landtag, in der sich die Öko-Partei unter anderem nach Homosexualität in Fußballstadien erkundigten.

Die Nürnberger Grünen haben nun unter Beweis gestellt, dass ihr Voyeurismus auch vor Altersheimen nicht Halt macht. „Auch bei pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern, die einen intensiven Pflegebedarf vorzuweisen haben, ist das Bedürfnis an Sexualität oftmals vorhanden“, heißt es in einem aktuellen Antrag der grünen Stadtratsfraktion für den Werkausschuss NürnbergStift (Nüst).

Die Stadträte fragen darin, ob es spezielle Rückzugsräume gebe, in denen die Bewohner ihre Sexualität ausleben könnten, oder ob entsprechende Wünsche geäußert worden seien. Außerdem interessiert sie, ob es Schulungen und Weiterbildungen speziell im Bereich der geriatrischen und gerontopsychiatrischen Pflege gibt. „Diese könnten hilfreich sein, um den Umgang mit kritischen oder herausfordernden Situationen in diesem Zusammenhang zu verändern“, begründen die Grünen den Sex-Nachhilfeunterricht für das Pflegepersonal.

Nun ist Sexualität im Alter sicherlich nichts, über das man sich vorschnell lustig machen oder es als irrelevant bezeichnen sollte. Die Frage ist nur, ob der Ansatz der Nürnberger Grünen, die dieses intime Thema, das doch sehr stark in den Persönlichkeitsbereich hineinreicht, einer öffentlichen Debatte auszusetzen, wirklich sinnvoll ist. Außerdem stellt sich die Frage nach den Implikationen dieses Antrags. In welcher Form soll das Pflegepersonal beispielsweise Hilfestellung bei Schäferstündchen zwischen Heimbewohnern leisten? Ginge durch einen entsprechenden „Rückzugsraum“ nicht auch ein erhebliches Stück Intimsphäre verloren? Oder sollen Pfleger oder Pflegerinnen in Schulungen womöglich sogar darin unterwiesen werden, sie behilflich sein könnten, falls ein Bewohner oder eine Bewohnerin keinen passenden Sexualpartner in der Einrichtung findet?

Mit ihrem Antrag haben die Nürnberger Grünen höchstwahrscheinlich wieder mal ein Fass aufgemacht, ohne darüber nachzudenken, dass gewisse Dinge besser im privaten Bereich bzw. im Verantwortungsbereich der Heime bleiben sollten, statt sie ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Abgesehen davon stellt sich natürlich die Frage, ob bei „pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern, die einen intensiven Pflegebedarf vorzuweisen haben“, nicht eher andere Dinge im Vordergrund stehen als der Austausch von Intimitäten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Oktober 2014 20:48
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