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Winfried Kretschmann macht den Patzelt

Grüner Ministerpräsident plädiert für private Asylantenunterbringung

Mittwoch, 15 Oktober 2014 05:52 geschrieben von  Johann W. Petersen
Winfried Kretschmann Winfried Kretschmann Quelle: winfried-kretschmann.de

Stuttgart - Es ist jetzt knapp zwei Monate her, da rief der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt angesichts der Probleme, die stetig zunehmende Zahl von Asylbewerbern irgendwo unterzubringen, seine deutschen Landsleute dazu auf, „über eine zeitnahe Aufnahme von Flüchtlingen, insbesondere von Müttern mit Kleinkindern, in ihren eigenen Häusern oder Wohnungen nachzudenken“.

Dass derartige Ideen nicht nur in den Köpfen von Hinterbänklern herumspuken, belegt eine aktuelle Aussage des grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, der in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ auf die Frage, ob er die Bürger bei der Bewältigung des Asylzustroms in der Pflicht sehe, antwortete: „Ich bin sehr dankbar, dass wir in großen Teilen der Bevölkerung eine Empathie für die Flüchtlinge haben. Die Bürger sehen unsere humanitäre Verpflichtung und es gibt vor Ort viele Hilfsinitiativen. Es kommen auch erste Angebote von Privatpersonen, ihre Liegenschaften zur Verfügung zu stellen. Darüber sind wir sehr froh, und die brauchen wir auch.“

Kretschmanns Darstellung ist einigermaßen verwunderlich, sorgte der Aufruf Patzelts seinerzeit nicht gerade für Beifallsstürme. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden seiner Forderung schloss der CDU-Abgeordnete das Gästebuch auf seiner Homepage – und öffnete es bis heute nicht mehr. Der Grund hierfür dürfte vermutlich nicht sein, dass es vor Zufallsbekundungen geradezu überquoll.

Von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet der baden-württembergische Landesvater nun, „einen Flüchtlingsgipfel von Bund, Ländern und Gemeinden einzuberufen“. Man habe es schließlich „mit einer großen nationalen Herausforderung zu tun“. Auch Kretschmann ist offenbar von einer gewissen Ratlosigkeit befallen. „Wir stehen manchmal da und fragen uns: Wie bekommen wir die Leute von der Straße weg? Das ist schon eine prekäre Situation“, so der erste und bislang einzige Ministerpräsident der Grünen gegenüber der „Welt“.

Wie den CDU-Politiker Patzelt, so sollte man auch Ministerpräsident Kretschmann einmal fragen, wie viele Asylanten er denn schon in seiner „privaten Liegenschaft“ untergebracht hat. Von jemandem, der derart nach vorne prescht, sollte man doch erwarten können, dass er mit gutem Beispiel vorangeht.

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