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Das Gift wandert mit

Greenpeace warnt vor Chemikalien in Outdoorbekleidung

Donnerstag, 28 Januar 2016 03:43 geschrieben von  Susanne Hagel
Greenpeace Greenpeace Quelle: greenpeace.de

Berlin - Erneut testeten Greenpeacemitarbeiter vierzig Outdoorprodukte wie Jacken, Hosen und Rucksäcke aus neunzehn Ländern auf die Verwendung von giftigen PFC. Und wieder fielen fast alle Artikel durch.

„Nur in vier von vierzig Artikeln wurde keine PFC festgestellt“, erklärte die Umweltschutzorganisation am Montag. Hinter der Abkürzung verbergen sich die per- und polyfluorierten Chemikalien, die aufgrund ihrer Giftigkeit im Verdacht stehen, krebserregend zu sein und die sich störend auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem auswirken sollen. Zudem belasten sie die Umwelt stark, weil sie nicht nur die Wanderjacke langlebig resistent gegen Nässe machen, sondern sich ebenso dauerhaft in den Gewässern ansammeln und sich von dort aus in die ganze Welt über das Wasser, die Luft und die Nahrung verbreiten. In der Industrie werden PFC vor allem bei wetterfestem Material benötigt, da sie Wasser und Schmutz von der Oberfläche abperlen lassen und dafür sorgen, dass das Kleidungsstück auch im starken Regen trocken und leicht bleibt.

Dem Ergebnis zufolge erhielten elf der getesteten Artikel auch noch die besonders gesundheitsschädliche Perfluoroktansäure (PFOA). Dabei handelt es sich um eine langkettige Chemikalie, die nahezu unzerstörbar und deshalb besonders schädlich ist. Sie lagert sich in immer größeren Mengen ab und vergiftet Natur, Tier und Mensch. Obwohl die Risiken längst bekannt sind, verzichtet kaum einer der großen Outdoorhersteller aufgrund seiner sehr guten Imprägnierwirkung auf diesen Stoff. Am schlechtesten schnitten dabei ein Schlafsack von The North Face, eine Hose von Jack Wolfskin, Schuhe von Haglöfs und Mammut sowie ein Mammut-Rucksack ab.

Doch die Suche nach Alternativen gestaltet sich schwierig. So erklärten sich zwar viele der großen Outdoorhersteller bereit, künftig auf PFC verzichten zu wollen. Sie rechnen jedoch nicht damit, vor 2020 auf die Stoffe verzichten zu können.

„Die Outdoor-Branche setzt weiterhin Schadstoffe ein, von denen sich einige in der Natur anreichern oder sogar krebserregend wirken können. Dies sind enttäuschende Ergebnisse für Outdoor-Liebhaber, die sich ihre Ausrüstung sauber und umweltfreundlich wünschen“, kritisierte Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace. Anhand der vier Hersteller, die den Test bestanden haben, weil sie auf PFC verzichten, könne man sehen, dass es auch heute bereits möglich ist, die riskanten Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Santen empfiehlt, vor dem Kauf genau zu überlegen, wofür die Bekleidung benötigt wird. Nicht immer müsse es schließlich die Hightechausrüstung für Gipfelstürmer sein und häufig gibt es bereits PFC-freie Alternativen, wie beispielsweise Textilien aus Polyester oder Polyurethan. Zu empfehlen seien aus Sicht der Umweltschutzorganisation Artikel der Firmen Fjällräven, Paramo, Pyua, Rotauf und R'adys.

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