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Nord- und Süd-Euro:

Harald Vilimski (FPÖ) spricht sich für Splittung der Eurozone aus!

Dienstag, 30 Juni 2015 15:04 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Harald Vilimsky Harald Vilimsky Quelle: www.fpoe.eu

Wien - Bei seinem Auftritt in der Diskussionsrunde der ORF-Sendung „Im Zentrum“ zeigte sich der freiheitliche Harald Vilimsky , FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, am vergangenen Sonntag als einziger Realist auf weiter Flur. Die Repräsentanten des Journalisten- und Politologenstandes , wie auch die Diskussionsteilnehmer aus dem kulturellen Bereich und anderer Parteien waren mehr dem Prinzip des Wunsches als dem Vater des Gedankens verpflichtet und blieben lemmingstreu den mantrahaften Wiederholungen der allgemeinen Mainstream-Verlautbarungen verhaftet. Die Kreativität der Problemlösungskompetenz reichte bei den Establishmentaposteln allerdings nicht über die Empfehlung einer Streichung der Schulden Griechenlands hinaus. Wobei man hinsichtlich dieses gläubigerseits kostspieligen Prozedere keinerlei Problembehaftung zu erkennen geben mochte.

Der Diskutant der Freiheitlichen, Harald Vilimsky, jedoch machte in seinen Beiträgen nicht allein deutlich, daß nicht nur die Krisensituation in Griechenland durch nichts mehr schönzureden ist, sondern es bezüglich des Euro an sich längst nicht mehr gerechtfertigt sei, von einer stabilen Währung zu sprechen, da auch die Lage in Spanien, Portugal und Italien sich kaum wesentlich besser darstelle. Aufgrund der ganz Südeuropa betreffenden Krisenlage schlug der Freiheitliche eine Aufteilung der Währungsunion in eine Nord- und Süd-Zone vor, sprich in eine Region mit harter und eine mit weicher Währung. Entgegen den Mitdiskutanten verwehrte sich Vilimsky gegen eine Abschreibung der griechischen Schulden, gleich unter welchem Arbeitstitel, ob Restrukturierung genannt oder anderslautend, und bestand unabhängig vom Ausgang des griechischen Referendums auf die Rückzahlung der etwa acht Milliarden Euro ausstehender Schulden an Österreich. Immerhin ein berechtigtes Gläubigerinteresse, selbst wenn es sich im Vergleich zu den betreffend der Bundesrepublik Deutschland in Kreide stehenden summa summarum ca. 90 Milliarden Euro gering ausnehmen mag. Gegen ein Referendum in Griechenland hatte der FPÖ-Europaabgeordnete zwar nichts einzuwenden, brachte allerdings den Gedanken ein, daß Referenden auf Seiten der Gläubiger, ob sie weiterhin ihrer Geldgeberrolle nachzukommen bereit seien, nicht weniger legitim wären.

Kritisch beurteilte Vilimsky das politische Krisenmanagement mit Blick auf das bankenpolitische Handeln, das es ermöglichte, die Finanzinstitute zulasten der Steuerzahler aus der Verantwortung zu entlassen und zudem erhebliche Zinsgewinne aus Geldern, die zu Niedrigstzinsen bei der EZB geliehen wurden, zu ermöglichen. Vilimsky stellte fest, daß tatsächlich nicht den Griechen geholfen, sondern lediglich eine Stabilisierung des Anleihenmarktes versucht wurde.

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