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Zugewanderte Sorgen

Heinz Buschkowsky und „Die andere Gesellschaft“

Mittwoch, 01 Oktober 2014 22:10 geschrieben von  Torsten Müller
Heinz Buschkowsky Heinz Buschkowsky Quelle: spd-berlin.de

Berlin - Nach seinem Bestseller „Neukölln ist überall“ hat der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) nun ein weiteres Buch vorgelegt, in dem er die Auswüchse der multikulturellen Gesellschaft beschreibt. Im neuen Buch konstatiert er, dass in Neukölln wie auch anderen Teilen Berlins Parallelgesellschaften entstanden sind, in denen eigene Normen und verbindliche Verhaltensweisen gelten. Das verbindende Element der türkisch- und arabischstämmigen Bevölkerung dieser Stadtteile sei ein fundamentalistisch geprägter Islam. Buschkowsky nennt dieses Phänomen aber nicht Parallelgesellschaft, sondern bezeichnet es als „asymmetrische Gesellschaft“, in der die Bevölkerungsteile voneinander abgesondert sind.

Sprach er in „Neukölln ist überall“ noch von Integrationsproblemen, weist er nun auf die latenten Gefahren hin, die aus „dieser anderen Gesellschaft“ selbst resultieren. „Werteinkonsistenz“, „Großstadtturbo“ und „Migration“ seien die Stichwörter, die problematische Entwicklungen mit sich bringen können. Daraus könne eine echte Bedrohung für die Werteordnung in unserem Land werden, so Buschkowsky. Die Salafisten wirkten wie ein „Bunsenbrenner“. Als einziges Gegenmittel gegen diese Entwicklung sieht der Bürgermeister Bildung an.

Insgesamt verliert sich der Autor aber in detaillierten Beschreibungen einzelner Gespräche mit Betroffenen des Bezirks, ohne aber gründlich zu analysieren, welche Ursachen die Bildung von Parallelgesellschaften hat, welche politischen Folgen dies mit sich bringen kann und vor allem, was nun getan werden muss.

Lösungen hat Buschkowsky – ähnlich wie in seinem ersten Buch – kaum zu bieten. Den Familien von Schulschwänzern sollte man Buschkowsky zufolge die staatlichen Leistungen kürzen. Auch spricht er sich für eine Kindergartenpflicht aus.

Die tatsächlichen Fragen wagt sich Buschkowsky allerdings nicht zu stellen. So thematisiert er nicht, ob die Zahl der in Deutschland lebenden Migranten (über 16 Millionen) nicht allmählich die Belastungsgrenze der Deutschen übersteigt. Auch problematisiert er nicht, wie man der systematischen Zuwanderung vor allem in den deutschen Sozialstaat Einhalt gebieten kann. Der zunehmenden Islamisierung weiter Teile deutscher Großstädte will er ausschließlich mit Bildung, frühkindlicher Erziehung und Ganztagsbetreuung beikommen. Das wird wohl zu wenig sein.

Es ist ein Trugschluss, zu meinen, dass man lediglich die Bedingungen, in denen die Menschen leben, verändern muss, um Konflikte einzudämmen. Man muss klare Regeln benennen und dafür sorgen, dass, wer sich nicht an diese Regeln hält – aus welchen Gründen auch immer – das Land wieder zu verlassen hat. Nicht die Deutschen, sondern die Zuwanderer sind in der Bringschuld.

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