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OECD-Studie

Immer noch alarmierende PISA-Ergebnisse für Deutschland

Donnerstag, 11 Februar 2016 10:26 geschrieben von  Torsten Müller
OECD-Studie OECD-Studie Quelle: de.wikipedia.org

Berlin - Die alarmierenden Ergebnisse der PISA-Studie von vor rund 15 Jahren dürften vielen noch in guter Erinnerung sein. Die Ergebnisse förderten seinerzeit zutage, dass viele deutsche Schüler vor allem in Sachen Textverständnis, Mathematik und den Naturwissenschaften große Defizite aufwiesen.

Die vier Buchstaben PISA stehen für den weltweit größten und bedeutendsten Schulvergleichstest. Das „Programme for International Student Assessment” (PISA) wird seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris organisiert. Die OECD führt die Studie im Auftrag der Regierungen – beziehungsweise in Deutschland für die Kultusministerkonferenz der Bundesländer (KMK) – durch.

Die PISA- und OECD-Experten haben nun festgestellt, dass es in Deutschland noch immer ein breites Risiko-Level gebe. Etwa jeder fünfte 15-Jährige ist noch immer äußerst leistungsschwach. Auch heute noch ist der soziale Hintergrund des Schülers der entscheidendste Risikofaktor bei der schulischen Entwicklung des Kindes.    

Rund 140.000 15-Jährige wiesen im Bereich Mathematik bestenfalls das Kompetenzniveau 1 auf. Der Chefkoordinator der OECD, Andreas Schleicher, sagte dazu wörtlich: „Kompetenzniveau 1 – das sind wirklich allereinfachste Aufgaben.“ 70.000 Schüler waren in allen drei PISA-Vergleichsfeldern – Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen und Textverständnis – sehr schwach. Schleicher dazu weiter: „Es gibt einen relativ hohen Anteil Schüler, die nicht einmal dieses elementarste Niveau erreichen.“ Die OECD unterteilt den Kompetenzstand von Schülern in Stufen zwischen 0 und 6.

Laut der Studie der OECD seien schwache Schulleistungen „nicht das Ergebnis eines einzelnen Risikofaktors, sondern einer Kombination von mehreren Hindernissen und Benachteiligungen“. Deshalb gebe es auch mehrere Stellschrauben: Schleicher zufolge seien es unter anderem die frühkindliche Bildung, eine frühe Leistungsdiagnostik, verbindliche Bildungsstandards, mehr Ganztagsschulen sowie intensivere Aus- und Weiterbildung für Lehrer.

Weitere Ursachen für die weiterhin für ein Industrieland problematischen Schulvergleichsergebnisse Deutschlands sind die bildungspolitische Kleinstaaterei, der zufolge jedes Bundesland sein eigenes Bildungssystem kreieren kann und das ideologisch motivierte Festhalten an Bildungsexperimenten wie der Inklusion.

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