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Dirndl-Tracht sei "rückständig"

In bester Grünen-Manier: Viel Streit um ein Stück Stoff

Freitag, 12 September 2014 09:42 geschrieben von  Herbert Mayer
Dorothee Bär, MdB, Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Dorothee Bär, MdB, Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Quelle: Twitter | Foto: Blau

Berlin - Politiker der Grünen scheinen den eigenen Vorurteilen über sie entsprechen zu wollen. Diesmal trat die 61-jährige Grünenpolitikerin Sylvia Kotting-Uhl ins Intoleranz-Fettnäpfchen als sie sich im Internet über die bayrische Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (36, CSU) ereiferte. Diese war im Dirndl zur Bundestagssitzung erschienen.

Kotting-Uhl teilte ihren Unmut über die Bekleidung öffentlich und bezeichnete die Bambergerin ob ihrer Tracht als rückständig. Doch der Schuss ging nach hinten los. Charmant und gelassen reagierte Bär mit der Frage, ob die Grünen nun ein Dirndlverbot anstrebten und konterte mit einem Bild, dass Grünenpolitikerin Roth im Dirndl beim Feiern zeigte. Die Leser indes stellten sich nahezu geschlossen hinter Dorothea Bär und verspotteten die Grünenpolitikerin für ihre verstaubten Ansichten. Nicht wenige nutzten die Chance, die mit ihren unsinnigen Verbotsersuchen unpopulär gewordene Partei nach einem Antrag der Grünen zu einem Dirndlverbot im Bundestag zu fragen. Sie sahen das Klischee der Grünen, eine "Verbotspartei" zu sein, bestätigt.

Dorothea Bär, die von dieser kleinen Episode wohl nur gewinnt, äußerte unterdessen: "Schade. Ich dachte die Grünen hätten ihren Status als Verbotspartei hinter sich gelassen. Ein Dirndl ist keine Folklore und schon gar nicht "rückständig". Wer unter dem Deckmantel des Liberalismus surft, zeitgleich aber Menschen nach ihrem Äußeren betrachtet, ist der wahre Spießer. Eine Tracht ist keine Verkleidung."

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