www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

ISIS-Terror – jetzt auch in Deutschland

In Herford sehen sich jesidische Kurden von den Dschihadisten verfolgt

Donnerstag, 07 August 2014 18:31 geschrieben von  Jens Hastreiter
ISIS Truppe ISIS Truppe Quelle: 4.bp.blogspot.com

Gaza - Es gehört zu den Begleiterscheinungen der Zuwanderungsgesellschaft, daß politische und ethnische Konflikte in den Herkunftsländern von Migranten häufig auch auf die bundesdeutsche Aufnahmegesellschaft durchschlagen. Gerade vor dem Hintergrund des jüngsten Gaza-Konfliktes kam es auch hierzulande zu Konfrontationen zwischen Gegnern und Sympathisanten Israels.

Aber auch der anhaltende Konflikt im Irak, wo seit einigen Monaten die islamistische Terrormiliz ISIS erhebliche Geländegewinne verzeichnen kann, zeigt jetzt unmittelbare Auswirkungen in Deutschland. Momentan sind es vor allem Christen und die kurdische Minderheit der Jeziden, die vom Verfolgungsdruck durch die ISIS-Dschihadisten am meisten betroffen sind - und das nicht mehr nur im Irak.

Im westfälischen Herford ist es jetzt zu Ausschreitungen zwischen ISIS-Sympathisanten und kurdischen Jesiden gekommen. Auslöser war nach Angaben der Polizei ein Angriff radikaler Islamisten auf eine Gruppe von Jesiden  die mit einem Plakat zu einer Protestdemonstration gegen die Übergriffe auf ihre Glaubensgemeinschaft im Irak aufgerufen hatte. Die Polizei nahm sechs Männer fest, die überwiegend aus Tschetschenien stammen.

Nach Polizeiangaben sollen die Tatverdächtigen die Jesiden am Mittwoch vor einem Kiosk angegriffen haben, an dem das Plakat angebracht war, und zwei von ihnen durch Messerstiche verletzt haben. In der Folge versammelten sich mehrere hundert Jesiden  um gegen den Angriff, die Salafisten und die Übergriffe in ihren Heimatländern zu protestieren. Daraufhin kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Seiten. Eine vermummte und mit Schlagwerkzeugen bewaffnete Menge habe auf Passanten eingeschlagen, heißt es im Polizeibericht. Erst durch den massiven Einsatz von Pfefferspray hätten die Beamten den Angriff beenden können. Mehrere Polizeihundertschaften mussten eingesetzt werden, um die Lage zu beruhigen.

Die Jesiden sind Kurden und leben vor allem im Nordirak, wo die ISIS-Miliz nach heftigen Kämpfen mit kurdischen Einheiten einige Landstriche unter ihre Kontrolle gebracht hat. Zuletzt fiel die mehrheitlich christliche Ortschaft Tal Kaif an ISIS-Kämpfer, berichteten geflohene Bewohner. Die meisten Familien seien daraufhin in die zum kurdischen Autonomiegebiet gehörende nordirakische Provinz Dohuk geflohen.

Tal Kaif ist die dritte irakische Stadt, die ISIS-Truppen in dieser Woche von kurdischen Peschmerga-Truppen eroberten. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer nördlich von Mossul. Mossul wurde für die ISIS-Miliz inzwischen zur Operationsbasis, nachdem die Terrormiliz die Stadt Anfang Juni komplett erobert hatte. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen bisher rund 200.000 Menschen aus Angst vor der Schreckensherrschaft der ISIS-Extremisten. Diese geht rücksichtslos und brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor und hat in Mossul unverzüglich eine rigide Scharia-Herrschaft errichtet. Für Frauen herrscht in Mossul inzwischen ein generelles Ausgehverbot und die Pflicht zur Ganzkörperverhüllung.

Artikel bewerten
(4 Stimmen)