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Windkraft-Ausbau – jetzt kommt die Ernüchterung

In Mecklenburg-Vorpommern wehren sich die Bürger gegen die Folgen der „Energiewende“

Dienstag, 19 August 2014 16:59 geschrieben von  Jens Hastreiter
Windkraftanlagen Windkraftanlagen Quelle: pixabay.com

Schwerin - Das haben sich die Gründerväter der Umwelt-Ideologie sicher anders vorgestellt. Eigentlich sollte umweltbewußte Energieerzeugung zu mehr Wohlbefinden der Menschen beitragen. In weiten Landstrichen Deutschlands, wo Jahr für Jahr immer mehr sogenannte „Windparks“ aus dem Boden schießen, ist davon aber wenig zu merken.

Denn: damit sich der Einsatz von Windkraftanlagen einigermaßen lohnt, müssen sehr viele der sperrigen Propeller-Ungetüme in die Landschaft gestellt werden. Und In Deutschland ist vor allem das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern von den Auswüchsen des immer weiter grassierenden  Windkraftausbaus betroffen.

Regionalpolitiker und Bürgerinitiativen halten inzwischen weite Landstriche in dem nordöstlichen Bundesland de facto für unbewohnbar, da die Windparkdichte geradezu unerträglich hoch ist. Nun wurde auch noch der Abstand zwischen den einzelnen Windparks von 5 auf 2,5 Kilometer verkürzt. Ein neuer Windpark soll jetzt auch noch in der Wasserstofferzeugung eingesetzt werden.

Eine mecklenburgische Windprojekt GmbH hat das Projekt Windpark RH2-PTG gestartet. Im Rahmen dieses Projekts sollen 30 weitere Windräder mit einer Höhe von 150 Metern in die Landschaft gebaut werden. Zum Vergleich: die Zwiebeltürme der weltberühmten Münchner Frauenkirche sind rund 100 Meter hoch. Das Kürzel RH2-PTG steht für „Regenerativer Wasserstoff – Power-to-Gas“. Die Anlage soll Windkraft als Speicherenergie in Form von Wasserstoff produzieren. Finanziert werden soll das Projekt über ein „Bürgerbeteiligungmodell“, in das die genervten Anwohner auch noch ihr Erspartes einzahlen sollen.

Die betroffenen Bürger wollen sich diese Vorgangsweise jedenfalls nicht länger gefallen lassen. Jetzt wird im Nordosten gegen dieses „Zukunftsprojekt“ lautstark protestiert. Aber nicht nur im Norden der Bundesrepublik gehen die Wogen wegen der Windenergie hoch. Auch in Niederösterreich etwa gibt es Bestrebungen, auf Windparks eine eigene Kommunalabgabe zu erheben.

Von den technischen Risiken des beschleunigten Windkraft-Ausbaus ist bei alledem noch gar nicht die Rede. Denn der Wind hat nun einmal die Eigenschaft, dass er an manchen Tagen weht, an anderen nicht. Und die Wind-Tage sind nicht unbedingt identisch mit Tagen, an denen Industrie und Privathaushalte auch wirklich mehr Energie brauchen. Andersherum kommt es auch vor, daß die Windkraftanlagen infolge starker Luftbewegung eifrig Strom produzieren – doch der wird womöglich gar nicht gebraucht, und dann droht eine Überlastung des Stromnetzes, was im schlimmsten Fall zu flächendeckenden Stromabschaltungen führen kann. So unsicher haben sich viele die von der Bundeskanzlerin durchgepeitschte „Energiewende“ sicher nicht vorgestellt...

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