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Studie zieht negative Bilanz der Einwanderung

Institut für Staatspolitik: Untersuchung zum „Bereicherungsmythos“

Dienstag, 03 November 2015 20:22 geschrieben von  Johann W. Petersen
"Bereicherungsmythos" "Bereicherungsmythos" Quelle: Verlag Antaios

Schnellroda – Kürzlich hat das Institut für Staatspolitik (IfS) mit „Die Flüchtlingsindustrie“ eine fundierte und gut recherchierte Studie vorgelegt, in der die Profiteure des momentanen Asylzustroms identifiziert werden. Bei DERFFLINGER wurden die Publikation und die Lösungsansätze der Autoren ausführlich besprochen (siehe: www.tinyurl.com/nlk3rxb).

 

Bereits vor einigen Monaten, noch vor den großen Flüchtlingsströmen, hat das IfS eine Untersuchung veröffentlicht, in der das Pferd von einer anderen Seite aufgezäumt wird: Die Schrift „Der Bereicherungsmythos“ geht der Frage nach, ob die Zuwanderung in ihrer bisherigen Form von ökonomischem und fiskalischem Nutzen ist oder ob sie uns mehr kostet als sie uns bringt. „Bereicherung“ ist in diesem Sinne also als quantifizierbare Größe zu verstehen, nicht als individuelle Betrachtung, denn im Einzelfall kann ein Zuwanderer ja durchaus in unterschiedlicher Hinsicht eine Bereicherung sein.

Angesichts des Dammbruchs bei der Immigration seit September lohnt es sich, auch die IfS-Broschüre „Der Bereicherungsmythos“ einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Aufhänger der quellenreichen Ausarbeitung ist die Studie „Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt“, die Holger Bonin, Leiter des Forschungsbereichs „Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung“ des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt hat und die angeblich belegen soll, dass die in Deutschland lebenden Ausländer den Sozialstaat in Milliardenhöhe entlasten.

Es war der Präsident des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, der diese von vielen Medien kolportierte Fehlinterpretation widerlegt hat und darauf hinwies, dass die Bertelsmann-Studie in Wirklichkeit besagt, dass Immigration langfristig nur dann zu einer fiskalischen Entlastung führen könne, wenn die Einwanderer im Schnitt höher qualifiziert wären als die Deutschen, was nicht der Fall sei. Sinn rechnete vor, dass die Bundesrepublik bis 2035 einen Zuzug von 32 Millionen Menschen bräuchte, um das Rentenniveau bei gleichbleibenden Einzahlungen auf demselben Stand wie heute zu halten – vorausgesetzt, die Einwanderer würden „ihre Demographie mitbringen“, was jedoch unwahrscheinlich sei, da das deutsche Rentensystem Familien mit Kindern bestrafe. Statt auf Zuwanderung sollte Deutschland daher einen stärkeren Fokus auf Geburtenförderung legen.

Um den „Bereicherungsmythos“ zu widerlegen, führen die Autoren der IfS-Studie nicht nur Hans-Werner Sinn an, sondern auch andere, wie sie schreiben, „ungehörte Stimmen“, darunter den Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg mit seiner im Auftrag des bayerischen Innenministeriums erstellten Arbeit „Auswirkungen und Kosten der Zuwanderung nach Deutschland“ (2001) oder den Demografieforscher Gunnar Heinsohn und seinen Aufsatz „Die Schrumpfvergreisung der Deutschen“ (2010).

Ergänzt wird die Sammlung durch entsprechende Erhebungen und Schriften aus dem Ausland, z.B. aus den Niederlanden, der Schweiz oder aus Großbritannien, beispielsweise das Werk vieldiskutierte Werk „Exodus. Warum wir die Einwanderung neu regeln müssen“ (2014) des Wirtschaftswissenschaftlers und Oxford-Professors Paul Collier, ehemals Leiter der Forschungsabteilung der Weltbank, der zu dem Ergebnis kam: „Während also Einwanderungsbeschränkungen wichtig sind, um den Lebensstandard zu bewahren, hat eine mäßige Einwanderung gewisse bescheidene Vorteile. Will die Gesellschaft jedoch, wie die japanische, homogen bleiben, kann sie es sich angesichts relativ geringer ökonomischer Kosten durchaus leisten, die Tür geschlossen zu halten.“

Abschließend bieten die Autoren einen guten Überblick über die tatsächlichen Kosten der Einwanderung anhand mehrerer Beispiele wie der Zuwendungen für Asylbewerber nach ihrer finanziellen Gleichstellung mit Hartz-IV-Empfängern, der Integrationskosten, der Kosten durch Ausländerkriminalität, der Abschiebungskosten und der Sozialgelder für EU-Binnenzuwanderer. Damit hat das Institut für Staatspolitik tatsächlich eine echte Lücke geschlossen, da es bislang noch keine fundierte und solide Auswertung der finanziellen und ökonomischen Auswirkungen der Zuwanderung nach Deutschland gab. In der Gesamtschau ergibt sich eine in finanzieller Hinsicht negative Bilanz der Einwanderung, die in ihrer jetzigen Form nicht nur gesellschaftspolitisch problematisch ist, sondern auch die Kassen enorm belastet.

Institut für Staatspolitik (Hrsg.): Der Bereicherungsmythos. Die Kosten der Einwanderung nach Deutschland, Wissenschaftliche Reihe, Bd. 26, IfS, Schnellroda 2015, € 5,00. Zu beziehen über: www.antaios.de

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 November 2015 05:30
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