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Frontex-Warnung:

IS produziert gefälschte Ausweisdokumente

Montag, 21 Dezember 2015 06:13 geschrieben von  Susanne Hagel
European Agency for the Management of Operational Cooperation at the External Borders of the Member States of the European Union (Frontex) European Agency for the Management of Operational Cooperation at the External Borders of the Member States of the European Union (Frontex)

Brüssel - Wie die EU-Grenzschutzbehörde Frontex erklärte, ist der Islamische Staat (IS) offenbar im Besitz von Passdokumenten mehrerer arabischer Staaten. Behördenchef Fabrice Leggeri warnte daher vor Asylanten, die mit gefälschten Papieren reisten.

Seine Beamten kontrollierten zwar so genau wie möglich, ob Reisende möglicherweise mit gestohlenen Papieren einreisten, die Aussagekraft der Pässe sei jedoch sehr begrenzt, so Leggeri. „Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar.“ In Ländern wie Syrien, wo Bürgerkrieg herrscht, gebe es keine Garantie, „dass Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden.“

Westliche Geheimdienste hätten zudem berichtet, dass der IS Zehntausende echter Passdokumente erbeutet habe. Kämpfer der Terrormiliz hätten in mehreren Städten in Syrien, dem Irak und in Libyen gezielt offizielle Ämter und Behörden eingenommen, um an Blankopässe zu gelangen. Darunter seien auch Maschinen zur Produktion von Ausweisdokumenten.

Deutsche Behörden stehen nun also nicht mehr nur vor der Aufgabe, gefälschte Dokumente zu erkennen, sondern auch unautorisierte, auf echten Druckmaschinen erstellte Pässe. Die Behörden verfügten aber mittlerweile immerhin über die Seriennummern von rund 5.000 abhandengekommenen Pässen aus Rakka und Deit al-Sor in Syrien sowie über 10.000 weitere Nummern von Papieren, die aus Anbar, Ninive und Kikrit im Irak gestohlen wurden.

Bereits vor diesen Berichten bestand der Verdacht, unter den Asylanten, die derzeit in Deutschland und Europa Asyl ersuchten, könnten sich verdeckte Terroristen mit falschen Pässen befinden. Zwei der Attentäter in Paris sollen mit syrischen Pässen in die EU eingereist sein. Wie sich herausstellte, waren ihre Ausweise gefälscht. In einem Salzburger Asylantenheim wurden kürzlich zwei weitere IS-Verdächtige festgenommen, die mit gefälschten Pässen eingereist waren.

Bereits seit März strömen Asylbewerber unkontrolliert und in immenser Zahl in die Europäische Union ein. Immer wieder wurden seither Asylantragsteller mit gefälschten Pässen aufgegriffen. Wirkliche Personenkontrollen hatte es in den vergangenen Monaten aber ohnehin nur bei etwa zehn Prozent aller Einströmenden gegeben – sämtliche Behörden sind schlichtweg überfordert.

Letzte Änderung am Dienstag, 22 Dezember 2015 21:32
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