www.derfflinger.de

Freigegeben in Politik

Unterstützer des IS

Islamist Sven Lau in Mönchengladbach festgenommen

Donnerstag, 17 Dezember 2015 04:15 geschrieben von  Torsten Müller
Sven Lau (links) zusammen mit Pierre Vogel Sven Lau (links) zusammen mit Pierre Vogel Quelle: de.wikipedia.org | ireas | CC BA-SA 4.0

Mönchengladbach - Die Sicherheitsbehörden waren ihm bereits seit Jahren auf der Spur, doch über Jahre hinweg ließ man ihn gewähren, obwohl er schon lange als gefährlich galt. Der deutsche Salafistenprediger Sven Lau wurde nun in Mönchengladbach festgenommen. Die Polizei wirft ihm vor, seit dem Jahr 2013 mit vorgetäuschter humanitärer Hilfeleistung die in Syrien aktive Terrororganisation „Armee der Auswanderer und Helfer“ (JAMWA) unterstützt zu haben. JAMWA soll seit dem Jahr 2013 eng an den „Islamischen Staat“ (IS) angebunden sein.

Lau gilt neben dem Prediger Pierre Vogel als einer der bekanntesten und einflussreichsten Salafisten Deutschlands. Lau, der den Verein „Einladung zum Paradies“ (EZP) organisiert, hatte sich bisher immer von terroristischer Gewalt distanziert. Doch Verfassungsschützer gehen seit langem davon aus, dass diese Distanzierung lediglich taktischer Natur ist.

Lau soll „eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf“ gewesen sein, wofür er in engem Kontakt mit einem deutschen Konvertiten in Syrien gestanden habe. Mindestens zwei IS-Kämpfer soll Lau nach Syrien vermittelt haben.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte, dass die Festnahme ein deutlicher Beleg dafür sei, dass die Behörden die Gefahr durch Salafisten ernst nehmen. Jäger dazu weiter: „Mit ihrer gewaltverherrlichenden Propaganda und angeblicher Hilfe für notleidende Menschen in den Krisengebieten bereiten salafistische Prediger wie Lau den Nährboden für die Radikalisierung junger Männer. Sie stiften junge Menschen an, sich in Syrien und Irak dschihadistischen Terrorgruppen anzuschließen.“

Die Behörden haben in den letzten Jahren schon öfter gegen Lau ermittelt, zogen die Anklagen jedoch immer wieder zurück. Man konnte nicht beweisen, dass Lau schon fest entschlossen zu einer schweren staatsgefährdeten Straftat gewesen sei. Das scheint nun anders zu sein. Denn die Bundesanwaltschaft verdächtigt Lau nun, eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.

Wie wenig der Staat gefährliche Salafisten unter Kontrolle bringen kann, zeigt der Fall der sogenannten „Shariah-Police“ in Wuppertal. Salafisten zogen mit Warnwesten durch die Stadt, um junge Menschen von Verhalten abzuhalten, das mit dem Islam nicht vereinbar sei. Das zuständige Gericht stellte vor einigen Wochen fest, dass dies nicht strafrechtlich relevant gewesen sei.

Der Staat knickt vor radikalen Islamisten ein, weshalb Gefährder wie Lau sich darin bestärkt fühlen müssen, dass ihr Handeln in Deutschland akzeptiert wird.

Artikel bewerten
(2 Stimmen)