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Raketenabwehrsystem als Ziel?

Israel fliegt Bombenangriffe auf Syrien

Montag, 08 Dezember 2014 15:53 geschrieben von  Torsten Müller
119 Squadron F-16Is 119 Squadron F-16Is Quelle: Israel Defense Forces from Israel | CC BY 2.0

Magdeburg - Die Lage im Nahen und Mittleren Osten bleibt angespannt. Während die Türkei sich bisher nicht eindeutig gegen die Miliz des „Islamischen Staats“ positioniert hat, hat die internationale Koalition, die vor allem die Kurden unterstützen soll, zunehmend Probleme. Bisher weigert sich der Westen, die syrische Regierung als Partner zu gewinnen, was sich mittelfristig als großer strategischer Fehler erweisen könnte.

Nun soll Israel zu allem Überfluss auch noch Gebiete im Landesinneren Syriens in der Nähe der Hauptstadt Damaskus bombardiert haben. Dem syrischen Staatsfernsehen zufolge soll Israel zwei Gebiete bombardiert haben, die sich unter Kontrolle der syrischen Regierung befinden. Bei den zwei Zielen soll es sich um „die Gegend von Dimas und die Gegend um den internationalen Flughafen von Damaskus“ gehandelt haben. Opfer habe es den Berichten zufolge bisher keine gegeben. Es soll zehn Explosionen gegeben haben.

Die syrische Seite vermutet, dass Israel versuche, „den Terroristen in Syrien zu helfen“. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, sei in der Gegend um Dimas ein syrischer Militärstützpunkt angegriffen worden.

Seitens der israelischen Regierung wurden die Vorwürfe bisher nicht kommentiert, die Medien in Israel mutmaßen allerdings, dass ein Lager mit Raketenabwehrsystemen das Ziel gewesen sein könnte, um eine mögliche Waffenlieferung an die Hisbollah im Libanon zu verhindern. Eine israelische Militärsprecherin sagte dazu: „Wir kommentieren keine Berichte ausländischer Medien.“

Bereits im März dieses Jahres kam es seitens Israels zu Angriffen auf militärische Ziele in der syrischen Region Kuneitra. Auch wenn Israel bisher nicht aktiv in den Bürgerkrieg in Syrien eingegriffen hat, machen die Angriffe deutlich, dass Israel an einer Destabilisierung Syriens gelegen zu sein scheint.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Truppen des „Islamischen Staats“ (IS) schon weite Teile im Norden und Osten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht haben, könnte sich die israelische Politik letztlich als Bumerang erweisen. Denn niemand weiß, wie weit der IS expandieren will. Ursprünglich ging man davon aus, dass die IS-Truppen nur Syrien und den Irak erobern wollen, Experten gehen jedoch davon aus, dass der Eroberungshunger dadurch nicht gestillt werden würde. Sollte ein Staat im Nahen oder Mittleren Osten fallen und der „Islamische Staat“ sich tatsächlich als Staat etablieren, könnte sich das zu einem Flächenbrand ausweiten.

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