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Compact Magazin

Jürgen Elsässer nennt AfD-Chef Lucke „Wiederholungstäter“

Donnerstag, 18 September 2014 23:47 geschrieben von  Johann W. Petersen
"Compact" beurteilt die Lage in der Ukraine anders "Compact" beurteilt die Lage in der Ukraine anders Quelle: Compact Magazin

Magdeburg - Der Chefredakteur des Magazins „Compact“, Jürgen Elsässer, hat den Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, einen „Wiederholungstäter“ genannt. In einem am Donnerstag auf der Internetseite der Zeitschrift veröffentlichten Kommentar warf der Publizist dem AfD-Parteichef und vier anderen Europaabgeordneten der Partei vor, mit ihrer Zustimmung zum Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine „erneut der Parteilinie getrotzt“ und „die Aggressionspolitik von EU und NATO gegen Russland unterstützt“ zu haben.

Der Publizist wies darauf hin, dass Lucke und andere AfD-Parlamentarier bereits Mitte Juli einer Ukraine-Resolution, die unter anderem Sanktionen gegen Russland begrüßte, zugestimmt hatten. Erst etwa einen Monat später wurde das Abstimmungsverhalten durch eine Meldung auf der „Compact“-Seite publik. Nicht zuletzt, weil das Votum von Lucke & Co. nach Ansicht vieler Beobachter einem Parteitagsbeschluss der AfD widerspricht, rumorte es an der Basis gewaltig. Der als russlandfreundlich bekannte stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland war nach Medienberichten sogar kurz davor, seine Spitzenkandidatur in Brandenburg hinzuschmeißen.

Elsässers Beitrag verbreitete sich damals in den sozialen Netzwerken in Windeseile, was höchstwahrscheinlich daran lag, dass viele AfD- Mitglieder und -Sympathisanten bei Facebook mit dem Journalisten „befreundet“ sind oder einen „Gefällt mir“-Klick auf der Seite des „Compact“-Magazins gesetzt haben. Es dauerte jedenfalls nicht lange, da fegte ein wahrer „Shitstorm“ über die AfD-Seiten bei Facebook, wovon nicht nur die Bundespartei, sondern insbesondere auch die Landesverbände von Sachsen, Thüringen und Brandenburg betroffen waren. Einen Tag später reagierte Lucke mit einer Erklärung, die die Wogen kurzzeitig wieder glätten konnte, obwohl sie in der Sache wenig überzeugend wirkte.

Nach der Zustimmung der AfD-Europaparlamentarier zum Ukraine-Assoziierungsabkommen schrieb Elsässer nun: „Der neuerliche Verrat am Parteitagsbeschluss durch Lucke und Co. zeigt, dass der gutgemeinte Versuch der Parteimehrheit, den Ukraine-Streit vor den Landtagswahlen nicht weiter anzuheizen, um keine Wähler zu verunsichern, nicht gefruchtet hat. Lucke hat das Angebot zur Deeskalation und Klärung auf einem späteren Parteitag nicht angenommen, sondern provoziert munter weiter. Das ist umso unverfrorener, als die Wahlerfolge in Sachsen, Thüringen und Brandenburg von AfD-Landesverbänden errungen wurden, die einen betont russlandfreundlichen Wahlkampf führten.“ Ob Elsässer erneut für eine Russland-Debatte in der AfD sorgen wird, bleibt abzuwarten.

Letzte Änderung am Freitag, 19 September 2014 15:00
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