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Zu hohe Belastung befürchtet

JU und Juli wollen Rentenformel ändern

Donnerstag, 20 November 2014 22:51 geschrieben von  Torsten Müller
Paul Ziemiak Paul Ziemiak Foto: JU NRW / Steffen Böttcher.

Berlin - Da die Bundesregierung im Jahr 2016 Rentenerhöhungen in Höhe von fünf Prozent umsetzen will – so steht es zumindest im aktuellen Rentenversicherungsbericht – laufen junge Vertreter der CDU und FDP dagegen nun Sturm. Sie sprechen sich vehement für eine Änderung der Rentenformel aus. Konkret sollen die Renten im kommenden Jahr um 1,57 Prozent im Westen und um 1,71 Prozent im Osten steigen. Ab dem 1. Juli 2016 ist dann geplant, die Renten um 4,51 Prozent im Westen und 4,62 Prozent im Osten anzuheben.

Der neue Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak sagte dazu: „Wir müssen das Rentensystem jetzt endlich umbauen, um es zukunftsfest und generationengerecht zu gestalten.“

Ziemiak ist der Auffassung, dass die Einführung der Rente mit 63 ein Fehler war. So sagte er weiter: „So, wie es aktuell ist, geht es definitiv nicht weiter. Auch meine Generation hat ein Recht darauf, im Alter genug zum Leben zu haben, wie die Rentner von heute.Wenn die Politik die Rentenformel nicht verändert, müssen wir Jungen in einigen Jahrzehnten mit Sicherheit die Zeche zahlen.“

Auch der Vorsitzende der liberalen Jugendorganisation Juli, Konstantin Kuhle sprach sich dafür aus, die Rentenformel zu überdenken: „Aus Respekt vor der jungen Generation müssen wir die Rentenformel überdenken. Eine Garantie auf übermäßige Steigerung darf es in Zukunft nicht mehr geben.“ Besonders kritisierte er, dass die schwarz-rote Regierung angeblich nur die Rentner als Wählergruppe im Blick haben. Kuhle weiter: „Das ist nicht nur generationenungerecht und zukunftsvergessen, sondern beleidigend gegenüber der älteren Generation.“

Die junge Generation werde mit einer minimalen Bafög-Erhöhung abgespeist, während die Älteren mit vermeintlichen Rentenerhöhungen manipuliert würden. Deutschland solle „enkelfit“ werden, so Kuhle. Der Juli-Vorsitzende fordert, das Rentensystem zu flexibilisieren, „um allen einen passgenauen Renteneintritt zu ermöglichen.“

Die zum Teil sehr drastischen Äußerungen der Jung-Politiker machen deutlich, in welchem Maß es die politisch Verantwortlichen geschafft haben, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Weil über Jahre hinweg keine nachhaltige Bevölkerungs- und Familienpolitik betrieben wurde, ist das Rentensystem immer weniger finanzierbar. Schon heute müssen dem Rentensystem alljährlich etwa 80 Milliarden Euro aus Steuermitteln zugeschossen werden – mit steigender Tendenz.

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