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Bayern hat bei Gesundheitskontrolle von Erntehelfern gepfuscht

Julika Sandt (FDP) bemängelt Schlamperei der Bayerischen Staatsregierung im Umgang mit Coronatests

Donnerstag, 13 August 2020 16:07 geschrieben von 
Julika Sandt, MdL/FDP Julika Sandt, MdL/FDP Quelle: Facebook

München - Die Nachricht schreckte Ende Juli ganz Deutschland auf: Nach einer Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof im niederbayerischen Mamming wurden fast 500 Menschen unter Quarantäne gestellt. Die bayerische Staatsregierung reagierte verblüfft und beruhigte die 3300-Einwohner-Gemeinde mit dem Aufbau eines Testzelts. Für die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Julika Sandt war der Ausbruch dagegen keine Überraschung.

„Beim arroganten Umgang der Staatsregierung mit dem Gesundheitsschutz von Erntehelfern war es nur eine Frage der Zeit, wann es wieder Corona-Herde in Bayern geben würde“, kritisierte Julika Sandt (Jahrgang 1971) und erinnerte daran, dass ihre Forderung nach flächendeckenden Kontrollen der landwirtschaftlichen Betriebe hinsichtlich einer Überprüfung der Arbeitsbedingungen von der Staatsregierung abgelehnt wurde.

„Im Mai hatte das Gesundheitsministerium auf meine Anfrage erklärt, man halte eine Abfrage bei den Gesundheitsämtern nach Gesundheitskontrollen von Erntehelfern und Saisonarbeitern gerade in Corona-Zeiten für einen ‚unverhältnismäßig hohen Aufwand‘. Das war ein Spiel mit dem Feuer. Und dieses Feuer breitet sich jetzt immer weiter aus“, übte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende scharfe Kritik.

Gesundheitsschutz und der Schutz menschenwürdiger Arbeitsbedingungen seien Grundrechte. Dies gelte „gerade auch für die Menschen, ohne deren Hände Arbeit unsere Versorgung mit Lebensmitteln zusammenbrechen würde“, sagte Sandt und fügte hinzu: „Durch die Untätigkeit während der Corona-Krise hat die Staatsregierung die Grundrechte dieser Menschen mit Füßen getreten.“

Letzte Änderung am Freitag, 14 August 2020 15:18
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