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"Linksextremistische Gewaltexzesse nehmen zu"

Linksradikale randalieren vor Leipziger Staatsanwaltschaft

Montag, 30 März 2015 21:59 geschrieben von 
Krawalle Krawalle

Leipzig - Erneut kam es in Leipzig zu linksradikalen Übergriffen: Am Donnerstagabend wüteten etwa fünfzig bis sechzig Vermummte vor der Leipziger Staatsanwaltschaft.

Wie die Polizei mitteilte, seien die etwa fünfzig Vermummten zunächst demonstrierend durch das Musikviertel gezogen, ehe sie dann gegen 19:20 Uhr diverse linke Parolen an die Fassade des Justizgebäudes im Zentrum-Süd sprühten. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt erklärte, schmierten die Täter meterlange Schriftzüge an die Wand des Hauses. Neben mehreren Anfifa-Zeichen fanden sich unter anderem Sprüche wie "Free Fede" und "Gegen Staat und Repression". Außerdem warfen die Unbekannten Steine und Böller. Die Täter entkamen jedoch noch bevor die herbeigerufene Polizei eintraf, erklärte Alexander Bertram, ein weiterer Sprecher der Leipziger Polizei.

Einige der mutmaßlichen Täter seien jedoch in der Nacht zurückkehrt. Wie Bertram mitteilte, gelang es der Polizei gegen zwei Uhr morgens zwei Tatverdächtige im Alter von 27 und 28 Jahren im Musikviertel zu stellen. "Dieses Mal war "Fuck Nazis Leipzig" an die Hauswand gesprayt worden." Die Beamten stellten neben Sprühdosen und mit Farbe besprühten Handschuhen auch Drogen bei den beiden Männern sicher. "Sie hatten noch Farbe an den Händen", so Voigt.

Der Grund der Randale sei, laut einem auf der linken Internetseite Indymedia veröffentlichtem Bekennerschreiben, die Festnahme eines italienischen Aktivisten mit Namen "Fede". Dieser war während der Blockupy-Demonstration in Frankfurt am Main gegen die Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) von den Behörden festgenommen worden. Mit den Schmierereien wollten die Linken demnach ihre Solidarität zum Ausdruck bringen.

Der italienische Student Federico A., genannt "Fede", wurde bei dem völlig eskaliertem Blockupy-Protest festgenommen. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch ermittelt. "Wir wollen, dass Fede und alle anderen politischen Gefangenen wieder frei kommen", heißt es in dem Bekennerschreiben. "Bis dahin werden wir weiterhin den Staat und die anderen Stützen des Kapitalismus angreifen." Die Stadt müsse mit weiteren Angriffen rechnen.

Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln derzeit wegen Sachbeschädigung und schweren Landfriedensbruch. Noch ist unklar, wie hoch der Schaden an der Fassade der Staatsanwaltschaft ist.

In Leipzig kommt es immer wieder zu schweren Übergriffen von linken Radikalen. Nachdem die Polizei zu Sylvester in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden war, weil wochenlang linksextreme Angriffe auf unzählige Gebäude und Personen der Stadt auf szenetypischen Internetseiten angekündigt wurden, griff im Januar ein Mob aus etwa fünfzig Linksextremen eine Polizeistation im Stadtteil Connewitz an. Dabei entstand ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich. Auch eine Demonstration Mitte Januar endete mit einem Anschlag auf das Leipziger Amtsgericht.

"Diese Scharmützel, die zu solchen Gewaltausbrüchen führen, sind nicht hinnehmbar", kritisierte Polizeipräsident Bernd Merbitz. Seine Beamten würden diese erneute Attacke mit Nachdruck verfolgen. "Gewaltexzesse im linksextremistischen Bereich haben in der letzten Zeit eindeutig zugenommen."

Letzte Änderung am Montag, 30 März 2015 22:09
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